Tag der offenen Tür am EGM


Vom Zauber der Chemie fasziniert war Ida Unger aus Dettelbach, als sie beim Tag der offenen Tür das Egbert-Gymnasium besuchte. Unter Anleitung von Lehrkraft Brigitte Rapp mischte sie Blaukrautsaft mit einer säurehaltigen Flüssigkeit, in diesem Fall Cola. Und siehe da: Die Flüssigkeit färbte sich leicht grünlich. Und wenn man Essig dazugab, entstand eine leicht rötliche Färbung. Ausgestattet mit Schutzbrille und Chemiker-Kittel sah Ida schon fast wie ein Profi aus.

Beim Tag der offenen Tür konnten die Kinder die unterschiedlichen Ausbildungsrichtungen am EGM hautnah erleben. Neben den Naturwissenschaften präsentierten sich die neuen und alten Sprachen, wofür die Lehrkräfte zum Teil in originalgetreuer Toga auftraten. Viele Musikinstrumente konnten selbst ausprobiert werden, bevor die Big Band zeigte, welches Niveau man erreichen kann. Schließlich trugen auch der Sport und das religiöse Leben ihren Teil dazu bei, dass sich die Besucher einen umfassenden Eindruck von der Privatschule der Benediktiner verschaffen konnten.

TherABIert?! Abschlusskonzert des Abi-Jahrgangs

„Wir verlassen Egberts Anstalt!“
Unter diesem Motto stand das Abschlusskonzert des diesjährigen Abiturjahrgangs am Egbert-Gymnasium. Noch bevor die Prüfungen losgehen, sagten die angehenden Abiturienten auf musikalische Art und Weise „Tschüss!“ Dabei waren selbstgetextete und komponierte Stücke zu hören, mit denen auch der ein oder andere Lehrer aufs Korn genommen wurde („Meine Deutschlehrerin“). An Papa und Mama, die bei manch einer Note Sorgenfalten im Gesicht haben, richtete sich der Appell „Glaub an mich“, bevor mit großem Orchester die Titelmelodie von „Star wars“ intoniert wurde. Am Ende versammelten sich alle Künstler auf der Bühne zum gemeinsamen Mutmachlied: „You will never walk alone“. Das humorvoll inszenierte Programm entwickelte sich zum echten Publikumsrenner, die Aula war bis auf den letzten Platz gefüllt.
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G8 oder G9?

huennerkopf-in-banzBesuch von Dr.Otto Hünnerkopf

Im Zuge des Aufenthalts der Schülerzeitung auf Kloster Banz kam uns der CSU-Abgeordnete Dr. Otto Hünnerkopf dort besuchen.
Es lag ihm am Herzen unsere Fragen persönlich zu beantworten, da er selbst Internatsschüler am EGM war und noch immer eine sehr enge Bindung zur Abtei und den Mönchen hat. Nachdem er sein Studium in Landschaftsökologie absolviert hatte, wurde dieser 2002 ein gewähltes Mitglied der CSU im Kreistag Kitzingen. Ein Jahr später folgte dann der Aufstieg zum Kreisvorsitzenden seiner Partei.

Am 09. Januar versuchte Dr. Hünnerkopf unser Wissen im Bezug auf das Thema G8 und G9 zu erweitern.
Zunächst verdeutlichte er, dass die Einführung von einer neunjährigen Gymnasialzeit vollkommen in seinem Sinne sei. Ein Grund dafür sind die Beschwerden der Eltern und Schüler über schlechte Noten wegen des straffen Lehrplans des G8´s.
Dazu kommt, dass er selbst eine neunjährige Schulausbildung genießen durfte und damit sehr gut zurecht kam. Unserer Kritik an ein zusätzliches Wiederholungsjahr nach der 10.Klasse, stimmte er uns aber zu und betonte, dass ein solches überflüssig wäre.
Jedoch hält er, wie wir Schüler, ein zusätzliches Jahr in der Oberstufe, in dem der Stoff von zwei auf drei Jahre verteilt werden würde, für sehr sinnvoll.
Welche der beiden Möglichkeiten nun realisiert wird, konnte auch er nicht beantworten.
Dennoch versprach er, unsere Einwände und Ideen bei einer Sitzung am Mittwoch(11.01.) anzusprechen und uns über weitere Beschlüsse per E-Mail zu informieren.
Hünnerkopf erwähnte, dass es in kleineren Schulen, so auch in unserer, nicht die Möglichkeit geben wird, G8 und G9 parallel anzubieten.
Die Schulen werden entscheiden müssen, welche Option sie wählen, aber das Letzte Wort spricht das Kultusministerium unter Berücksichtigung der räumlichen und personellen Gegebenheiten.
Ferner ist er der festen Überzeugung, dass zukünftig G9 die Regel und G8 die Ausnahme sein wird.

Stabilität durch Wertevermittlung

Pressekonferenz mit Dr.Otto Hünnerkopf

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Als uns der Landtagsabgeordnete Dr.Otto Hünnerkopf, CSU, am 9.1.2017 in Kloster Banz bei einer Pressekonferenz Rede und Antwort stand, zeigten die Schüler besonderes Interesse an der Flüchtlingsproblematik. In einem kurzem Statement stellte er uns die Ansichten seiner Partei dar, die eine kritische Haltung gegenüber Merkels Entscheidungen hat. Aufgrund der Sicherheit, die er durch den unkontrollierten Zustrom von Flüchtlingen gefährdet sah, möchte die CSU eine Obergrenze von Asylbewerbern einführen. Besonders nach dem Anschlag in Berlin fühlt sich Hünnerkopf darin bestärkt. In der Umsetzung der Obergrenze sieht er keine Probleme, weil sowieso nur wenige Flüchtlinge gültige Papiere haben, die Voraussetzung für die Einwanderung sind. Trotzdem darf die Humanität nicht in den Hintergrund gerückt werden und bereits eingereiste Flüchtlinge müssen mit viel Unterstützung integriert werden.

Im Anschluss an sein Statement nahmen die Schüler das Angebot, Fragen zu stellen und zu diskutieren, mit viel Interesse wahr. Besonders der Einfluss des Islams auf Europa bewegte die Schüler sehr. Viele waren der Meinung, dass vor allem der interreligiöse Dialog zur Ausmerzung von Vorurteilen notwendig ist. Chrefredakteurin Julia Kerzner vertrat die Ansicht, dass die komplette Angleichung an die europäische Kultur zu viel verlangt wäre. Darauf antwortete Hünnerkopf, dass dennoch gewisse Werte vermittelt werden müssen, um die Stabilität im eigenen Land zu sichern. Die Frage, ob man sich auf die Flüchtlingskrise hätte vorbereiten können, bejahte er. Die Mittelmeerstaaten, die schon länger mit der Bewältigung von großen Flüchtlingsströmen zu kämpfen hatten, hätten seiner Meinung nach schon viel früher von der EU unterstützt werden müssen. Die Motivation von Flucht wurde zum einen von Frau Merkels Appell „Wir schaffen das“ bestärkt, zum anderen ist sie aber auch durch langwierige Prozesse der Ausbeutung von Rohstoffen wirtschaftsschwacher Staaten angestoßen worden. Als weitere Lösungsansätze schlug er ehrenamtliche Arbeit, Integration und finanzielle Unterstützung vor.

Johanna Günther, Laura Heer Q12

„Im Jahr des Affen“

Schriftstellerin Que du Luu liest am Egbert-Gymnasium
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Münsterschwarzach. Schriftstellerin Que du Luu, Nachwuchspreisträgerin der Akademie für Kinder- und Jugendliteratur, besuchte das Egbert-Gymnasium, um aus ihrem neuen Werk „Im Jahr des Affen“ vorzulesen. Die Schüler des EGM waren begeistert von dem Besuch, schon zuvor hatten sie im Unterricht kleine Filmsequenzen zu einzelnen Passagen des Romans gedreht.
Das Buch steht in engem Zusammenhang mit der Biografie der Schriftstellerin. 1973 in Saigon /Südvietnam geboren, ist sie chinesischer Abstammung. Nach Ende des Vietnamkriegs flüchtete die Familie wie Millionen andere Boatpeople über das Meer. Es folgte ein fast einjähriger Aufenthalt in einem thailändischen Flüchtlingslager. In Deutschland betrieben die Eltern später ein China-Restaurant. Luu wuchs in Herford auf und lebt seit 1993 in Bielefeld. Sie studierte Germanistik und Philosophie (M.A.). Davor und während dessen jobbte sie unter anderem in der Gastronomie, in der Pflege, Altenpflege, als Nachtwache in der Psychiatrie.
In ihrem Buch „Im Jahr des Affen“ geht es ebenfalls um eine Flüchtlings- und Integrationsgeschichte: Das Mädchen Mini ist chinesischer Abstammung, lernt aber die deutsche Sprache und nimmt westliche Verhaltensweisen an. Ihr Vater hingegen bleibt durch und durch traditionsbewusst: Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant. Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch streiten – und sie kann Bela nicht wiedertreffen, bei dem sie so viel Ruhe gefunden hat. Dann reist auch noch Onkel Wu an. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährliche Flucht als Boatpeople aus Vietnam. Poetisch, klug, unterhaltsam: Der ungewöhnliche Roman erzählt von der Tragik des Andersseins, der Suche nach Heimat – und der Suche nach Glück.