Künstliche Intelligenz – Fluch und Segen

Aufsehen erregende Vernissage des Egbert-Gymnasiums in der Sparkasse Kitzingen

Mensch oder Maschine? Mit Hilfe von Masken setzten sich die jungen Künstler des Egbert-Gymnasiums mit den Chancen und Gefahren der künstlichen Intelligenz auseinander

 Herausragende künstlerische Arbeiten des Egbert-Gymnasiums werden auch in diesem Jahr wieder in der Galerie der Sparkasse Kitzingen präsentiert. Mit einer inspirierenden Vernissage begann die Werkschau, die von Kunsterzieherin und Diplom-Designerin Tanja Seger mit ihren Schülern erarbeitet worden war. Leitmotiv der Arbeiten ist das Thema „Künstliche Intelligenz“. 

Die jungen Künstler am Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach haben sich differenziert mit der Bewegung in die Zukunft, der Digitalisierung und der bereits allgegenwärtigen künstlichen Intelligenz beschäftigt. Zum einen wurden moderne Technologien genutzt, um Gezeichnetes zu visualisieren, Filme zu erstellen und Werkprozesse aufzuzeichnen. Zum anderen aber wurden KIs wie Siri oder Alexa, die Wissensstützen und Hilfen im Alltag, die stetig weiterentwickelt werden, kritisch reflektiert: Werden die „digitalen Helfer“ sich uns Menschen bald gänzlich annähern? Werden sie neben ihrer kognitiven Intelligenz bald auch sensomotorische, emotionale oder sogar soziale Intelligenz erlangen? Um dies zu problematisieren, begann die Vernissage mit einer darstellenden Performance. Die angehenden Abiturienten des Additums Kunst trugen selbst gestaltete Masken und zogen mit zackigem Roboterschritt nach vorne, wo sie dann wieder zu Menschen mutierten, indem sie die Masken ablegten. 

Viele der ausgestellten Arbeiten thematisierten das Fehlen echter Emotionen im virtuellen Zeitalter. Mit Hilfe von Emojis, die ebenfalls visualisiert wurden, versucht man, die Gefühle zu kompensieren. Damenkinos werden bei der Ausstellung analog und digital gezeigt, um die Brücke zwischen den beiden Welten zu schlagen. Die digitalen Arbeiten finden sich gleichzeitig auf der Youtube-Seite der Schülerzeitung „PEERplus“. 

„Unsinnsmaschinen“ zeigen, dass die digitale Welt auch Irrwege beschreiten kann. Portraits nach Alberto Giacometti bestechen durch einen wilden Strich mit Kugelschreiber, suchende Linien thematisieren den Menschen, der sich in der Medienwelt vielleicht nicht mehr zurechtfindet. Analog dazu wurden „lost figures“ modelliert: Figuren, die eine wilde, unruhige und rauhe Oberfläche enthalten, die zerbrechlich und unglücklich aussehen. 

Trotz des gemeinsamen Themas lassen sich die individuellen Zeichenstile der jungen Künstler erkennen. Für Kunsterzieherin Tanja Seger ist klar: „Der Mensch steht über der Technik, über der künstlichen Intelligenz, die bisher nur kopiert und wenig menschliche Eigenschaften hat.“ Dennoch ist die Lehrkraft mit ihren Schülern weit davon entfernt, die Technik zu verteufeln, im Gegenteil: „Uns Künstlerin stehen nun durch die digitalen Medien sehr viel mehr Möglichkeiten offen.“ Die Ausstellung zeigt diese Möglichkeiten, zum Beispiel anhand der vielen Filme, die mit Stopmotion und iMovie entstanden sind. Interessierte Besucher können die Werke noch in den nächsten sechs Wochen betrachten. Ein Besuch in der Galerie der Sparkasse Kitzingen lohnt sich. 

Egbert-Gymnasium führt Kooperation mit der Firma Knauf in die nächste Runde

Ende des Kalenderjahres 2019 fand sich bei aller vorweihnachtlichen Betriebsamkeit die Gelegenheit, die ein Jahr junge Kooperation zwischen der Firma Knauf und dem EGM weiter voranzubringen. Als Gäste im Firmenhauptsitz in Iphofen stießen der Schulleiter des EGM, Markus Binzenhöfer, zusammen mit der Beratungslehrerin Karin Illner auf sehr aufgeschlossene Gesprächspartner.

Neben der Leiterin der Personalabteilung, Irma Amrehn, sowie der Personalreferentin Sandra Weissenseel nahm sich außerdem Jörg Schanow als Teil der Geschäftsleitung und Unterzeichner der Kooperationsvereinbarung Zeit, die bisherige Zusammenarbeit zu beleuchten und über neue Ideen zu sprechen. Die gegenseitige wertschätzende Basis führte zu zahlreichen neuen und vielversprechenden Ideen. Unter anderem sollen die Kompetenzen und Erfahrungen aus der modernen Arbeitswelt in den Lehrplanauftrag der Berufs- und Studienorientierung am Gymnasium fließen. Im Themenfeld „Umwelt und Nachhaltigkeit“ werden ebenfalls Möglichkeiten des gegenseitigen Partizipierens z.B. in Form von Schülererkundungen renaturierter Steinbrüche gesehen. Beide Seiten zeigen zudem großes Interesse am Thema Internationalität. Die Möglichkeit, die internationale Vernetzung der Firma Knauf für den Aufbau von Kontakten zu ausländischen Schulen zu nutzen, um das Schüleraustauschprogramm weiterzuentwickeln, soll das Hauptthema dieses Jahres werden, bis man sich zum nächsten jährlichen Gesprächskreis einfindet. 

Dass der geschäftsführende Gesellschafter Alexander Knauf, der ehemals Schüler des EGM war, sich gerade am 12. Dezember über die erarbeiteten Ideen informiert hat, unterstreicht die Wertschätzung dieser Zusammenarbeit. „Wir freuen uns auf die Zukunft“, so Beratungslehrerin Illner.

Das Egbert-Gymnasium und die Firma Knauf vertiefen ihrer Zusammenarbeit. Unser Bild zeigt (von links nach rechts): Jörg Schanow, Irma Amrehn, Karin Illner, Geschäftsführender Gesellschafter Alexander Knauf, Schulleiter Markus Binzenhöfer, Sandra Weissenseel

„Den Menschheitsverbrecher stoppen“

Sophie von Bechtolsheim diskutiert mit Schülern des EGM über die Rolle Stauffenbergs

Schulleiter Markus Binzenhöfer freute sich über den Besuch von Sophie von Bechtolsheim.

Sophie von Bechtolsheim, Enkelin von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, stellte am Egbert-Gymnasium ihr Buch „Stauffenberg – mein Großvater war kein Attentäter“ vor. Eindringlich diskutierte sie mit den Schülern der 9. und 10. Klassen über die Motive, die Stauffenberg bei der versuchten Tötung Hitlers geleitet haben mögen. Die Geschehnisse des 20. Juli 1944 sind gut erforscht. Graf Claus Schenk von Stauffenberg versuchte, Hitler im Lager „Wolfsschanze“ in Ostpreußen mit einer Bombe zu töten. Das Vorhaben misslang, woraufhin er und die Mitverschwörer hingerichtet wurden. Wie diese Geschehnisse aber zu bewerten sind, ist bis heute umstritten. 

 „Den Tyrannenmord wagen und den Menschheitsverbrecher stoppen, das war seine Motivation“, ist sich Sophie von Bechtolsheim sicher.  In diesem Zusammenhang wendet sie sich auch gegen den Begriff des „Attentäters“, der heute auch für islamistische und rechtsradikale Terroristen verwendet wird. In ihrer Argumentation sucht sie nach einer Antwort auf die Frage: „Was ist Widerstand?“ „Er ist nicht per se gut und nicht per se schlecht. Entscheidend ist, wogegen sich der Widerstand richtet. Zur Beurteilung kommt hinzu, was der Widerständige beabsichtigt, seine Geisteshaltung, seine Gefühle. Und es kommt hinzu, worin der Einsatz besteht, was der Widerständige also aufs Spiel setzt.“ Bechtolsheim sieht bei Stauffenberg eine tiefe Verwurzelung im christlichen Glauben und den Werten des Humanismus.

Kritiker halten Stauffenberg vor, dass er Hitler lange Zeit gestützt habe. Hier räumt Bechtolsheim ein: „Ihn leitete wohl ein politischer Pragmatismus, gemeinsam war ihnen die Ablehnung des Versailler Vertrages. Er verkannte anfangs sicher den mörderischen Antisemitismus und Rassismus.“ Aber als er die Greueltaten der SS vor allem an der Ostfront erkannt habe, habe er sich in Abscheu abgewendet.

„Waren die Verschwörer um Stauffenberg Demokraten?“, wollte eine Schülerin wissen. Nach Ansicht Bechtolsheims war er das wohl nicht, auch weil die Demokratie der 20er Jahre ein sehr schlechtes Image hatte. „Es wäre am Ende sicher auf eine Demokratie hinausgelaufen, aber bei einer unmittelbaren Einführung der Demokratie wäre es zum Bürgerkrieg gekommen. Zunächst hätte ja erst einmal eine Friedensordnung herbeigeführt werden müssen.“ Andererseits macht sie klar: „Meinen Großvater als glühenden Nazi zu bezeichnen, ist eine unzulässige Vereinfachung und Beschreibung“, so Bechtolsheim.  Schon während des Einmarsches in das Sudetenland 1938, also sogar noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, habe er geschrieben: „Ich habe Angst vor der Selbstüberschätzung Hitlers.“

„Was hat der Widerstand mit uns zu tun?“ Mit dieser Frage kam Bechtolsheim zur Lebenswelt der Schüler heute. „Wir müssen kein Opfer bringen, aber Engagement zeigen. Nicht die Verhältnisse stürzen, sondern mitgestalten und verändern. Ein Gemeinwesen ist nicht von sich aus geschützt davor, sich falsch zu entwickeln“, so Bechtolsheim. Die Erinnerung an die Männer des 20. Juli 1944 kann dabei eine Mahnung sein, und auch deshalb ist in der Kapelle des EGM nun auch eine Ausstellung über den Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 zu sehen. Bechtolsheim zur Rolle ihres Großvaters: „Für mich ist er kein Held, sondern ein Vorbild.“

Klimawandel – auch in der Kirche?

Die Schülerzeitung „PEERplus“ des Egbert-Gymnasiums verbrachte zwei Tage auf Kloster Banz, um die im Februar erscheinende Ausgabe zu erstellen. Titelthema wird der Klimawandel sein – der in der katholischen Kirche erhoffte und der in der Natur tatsächlich beobachtbare. In diesem Zusammenhang gab es zwei inhaltliche Schwerpunkte auf Banz: Zum einen empfingen die jungen Redakteure die Modedesignerin Eva Müller, die sich mit ihrem Label „Empha“ selbstständig gemacht hat und fair gehandelte sowie vegane Kleidung entwirft, schneidert und in ihrem Online-Handel vertreibt. Mit ihrem Motto „fair fashion“ will sie weniger Ressourcen verbrauchen und einen Beitrag zum Tierwohl leisten. Was das Material für die Textilien betrifft, setzt sie vor allem auf Hanf. Durch kurze Lieferketten und Handelswege soll CO2 eingespart werden. Außerdem steht sie für faire Produktionsbedingungen, die bei dem „fast fashion“ der großen Handelsketten nicht immer gegeben seien. 

Zum anderen erhielt die PEERplus-Reaktion auch Besuch vom Generalvikar des Erzbistums Bamberg, Georg Kestel. In einer Gesprächsrunde wurde dabei der Umgang der Kirche mit der Initiative „Maria 2.0“ thematisiert. Im Kern ging es um die Frage, ob Frauen auch zu kirchlichen Weiheämtern, also zum Beispiel der Priesterweihe, zugelassen werden könnten. Kestel referierte zunächst die Position der Amtskirche, dass Jesus selbst auch ein Mann gewesen sei und dass der Priester zum Beispiel bei der Eucharistie sehr stark die Stellvertreterrolle Christi einnimmt. Wie das künftig gehandhabt wird, darüber zeigte sich Kestel kompromissbereit. Wörtlich sagte er: „Das ist für mich eine offene Frage.“ Man müsse die Veränderungen der Gesellschaft wahrnehmen und aufgreifen, aber auch die Einheit der Weltkirche im Blick haben. Kestel kann sich aber durchaus vorstellen, dass man in den verschiedenen Erdteilen auch zu unterschiedlichen Lösungen kommen kann, wofür es auch schon Beispiele gibt. So nannte er die unierten Ostkirchen, in denen Priester auch heiraten dürfen. Der Generalvikar warb in jedem Falle dafür, den nun eingeschlagenen synodalen Weg mit Wohlwollen und optimistisch zu begleiten. 

Die Schülerzeitung wird zum Halbjahreszeugnis erscheinen und wieder über 100 Seiten stark sein. Begleitend zur Printausgabe gibt es ein multimediales „Benfit“ aus Podcasts, Filmen und Foto-Strecken. Zu ihnen gelangt man über QR-Codes, die im Heft abgedruckt sind.  


Es ist fast geschafft: Intensiv arbeiteten die Schülerzeitungsredakteure des EGM auf Kloster Banz an ihrer neuen Ausgabe

„Waldadvent“ am Egbert-Gymnasium


Zum „Waldadvent“ traf sich die Schulfamilie des Egbert-Gymnasiums am zweiten Adventssonntag. In der Krypta der Abteikirche begann die besinnliche Veranstaltung, zu der die fünften Klassen im Fach „Ausdruck und Gestaltung“ einige Beiträge vorbereitet hatten. Die Klasse 5b zum Beispiel stellte das Warten in den Mittelpunkt ihrer Szene: Im Advent warten die Christen ja eigentlich auf die Ankunft des Herrn mit dem Fest der Geburt, im Alltag aber warten wir häufig auf ganz profane Sachen: auf den Bus, auf die Herausgabe der Klassenarbeit, auf unpünktliche Mitschüler. In ihrem Beitrag machten die Schüler der 5b auf diesen Gegensatz aufmerksam, der uns manchmal den Blick auf das Wesentliche verstellt.
Nach der ersten Station in der Krypta ging es hinaus in die Dunkelheit bis zum Pavillon am Waldrand. Dort wurden Fackeln entzündet, sodass der Auftritt der Klasse 5a sichtbar wurde. Anschließend zog man mit den Fackeln zurück zur Voltigierhalle, wo die Klasse 5c auftrat und die Veranstaltung bei Glühwein, Kinderpunsch und Plätzchen endete. Organisiert hatte den „Waldadvent“ das Team der Schulseelsorge um Pater Jesaja Langenbacher und Bruder Melchior Schnaidt.

Plätzchen für Gefangene

Still wurde es in den Reihen der Fünftklässler, als der Brief von Gefängnisseelsorger Georg Ruhsert verlesen wurde: „Ich möchte euch Danke sagen für die tolle Plätzchenaktion. Wir bringen am 23.12. jedem Gefangenen eine Tüte von euren Plätzchen als Weihnachtsgruß in die Zelle. Und ich werde natürlich erzählen, dass ihr die gebacken habt. Ich bin mir sicher, dass sie deshalb für viele Häftlinge etwas ganz Besonderes sein werden; denn sie bedeuten: Da interessieren sich völlig unbekannte Fünftklässer dafür, wie es mir als Gefangenem geht! Und das hilft ein bisschen, wenn die Weihnachtstage in der Zelle schwer werden.“
Schon seit drei Wochen machen sich die Schüler und Schülerinnen der 5. Klasse des Egbert-Gymnasiums Münsterschwarzach im Religionsunterricht Gedanken, wie Weihnachten wahrhaftig zu feiern sei. Dabei gab es auch heiße Diskussionen, zum Beispiel darüber, ob man trotz Schuld Geschenke verdient habe. Beim gemeinsamen Nachdenken entdeckten die Kinder selbst, dass es keinen Menschen ohne Schuld gibt und dass man Geschenke nicht verdienen, sondern einfach nur unverdient empfangen kann.
Am Montag, den 16.12. versammelten sich alle Fünftklässler in der Schulkapelle und hörten dort eine Geschichte über die verwandelnden Kraft der Liebe. Jeder Mensch lebt von dem Ansehen, dass er in den Augen anderer hat. Und wenn man, trotz begangener Schuld, nicht mehr als Verbrecher, sondern als Mensch angesehen wird, dann kann etwas Neues beginnen.
Die vielen gefüllten Plätzchentüten, die von den Kindern zusammen getragen wurden, möchten ein Zeichen des freundlichen Ansehens sein. Und so endet der Brief des Gefängnisseelsorgers an die Kinder so: „Weihnachten ist für viele Gefangene die schlimmste Zeit. Aber es hilft ihnen, dass sich jemand für ihr Leben, für ihre Geschichte interessiert. Mancher wird nach der Entlassung wieder rückfällig, vielen bleiben aber auch positive Erfahrungen, die ihnen später im Leben helfen.“

Spende für „Sternstunden“

Stolz präsentieren die Schüler der 9b des Egbert-Gymnasiums in Münsterschwarzach einen Scheck über 333 Euro: Diese beachtliche Summe haben sie für die Aktion „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks beim letzten Sommerfest der Schule eingenommen. Hoch erfreut zeigte sich der zuständige Redakteur des BR Jürgen Gläser bei der Scheckübergabe. Etwa die Hälfte der jährlichen Spendeneinnahmen von 18 Millionen Euro für Kinder in Not wird nach seinen Worten durch solche Spenden während des Jahres erzielt, die andere Hälfte kommt am großen Sternstunden-Tag – dieses Jahr Freitag, der 13. Dezember – zusammen. Auch unterfränkische Kindereinrichtungen profitieren erheblich von den Sternstundenspenden.