„Der Historiker ist ein Reporter, der überall dort nicht dabei war, wo etwas passiert ist.“

Dieses Zitat von William Somerset Maugham kann man als Geschichtslehrer nur unterschreiben – keiner von uns war beim Großteil dessen, was wir heute im Fach Geschichte lehren, live dabei. Wir stützen uns auf Quellen, um an Erkenntnisse über die Vergangenheit zu gelangen. 

So sehr uns die aktuelle Lage rund um die Corona-Krise auch einschränkt, birgt die Situation auch Chancen. Wir alle sind uns darüber bewusst, dass diese Phase in die Geschichte eingehen wird. Und genau deshalb haben wir jetzt die Möglichkeit, die Geschichtsquellen „von morgen“ selbst mitzugestalten. Unter anderem hat die Körber-Stiftung eine Mitmach-Aktion ins Leben gerufen, bei der Jugendliche ihre Erfahrungen mit dem Coronavirus und ihrem Alltag in dieser Zeit dokumentieren können. 

Ramón-Verol Scholl vom Egbert-Gymnasium ist einer der jungen Menschen, die sich an dieser Aktion beteiligt haben. In seiner Studie „Gedanken in der Krise – Corona hautnah“ hat er sich mit den aktuellen Einschränkungen, Problemen und Ängsten der Menschen auseinandergesetzt. Er führte außerdem Interviews mit Vertretern verschiedener betroffener Bevölkerungsgruppen, z.B. Arbeitnehmer aus dem Einzelhandel, Selbstständige, Senioren, Schüler, Lehrer und junge Eltern. Herausgekommen ist ein breites Bild an Eindrücken aus der Krise, aber auch die Erkenntnis, dass wir alle in einem Boot sitzen und wir die Krise nur gemeinsam – auch mit den vorliegenden Einschränkungen – bewältigen können.

Eine weitere Schülerin des EGM, die die Veränderungen in ihrem Leben und dem ihrer Familie festgehalten hat, ist Lara Sigl. Sie hat aber einen ganz anderen Weg gewählt. Zusammen mit ihren Geschwistern nahm sie ein Video für die Plattform „TikTok“ auf, in dem sie ihrem Großvater ein T-Shirt mit der Aufschrift „Ich bin nicht mehr der Jüngste! Bitte 1,5 Meter Abstand halten“ als Geschenk überreichten. Auch hier zeigt sich trotz der kräftezehrenden Situation momentan, wie die Menschen und Generationen aufeinander Rücksicht nehmen und sich gegenseitig unterstützen. Das Video erreicht auf TikTok bereits etwa 120.000 Aufrufe.

Der Umbau geht voran – Voranmeldung online

 Der erste Bauabschnitt bei der Sanierung des Egbert-Gymnasiums kommt gut voran. Im neuen Schuljahr werden die kommenden Fünftklässler im frisch sanierten Gebäude unterrichtet. Unser Bild zeigt den renovierten Speisesaal (links) und das ehemalige Internatsgebäude, das völlig entkernt und zu beiden Seiten verbreitert worden ist, sodass hier lichtdurchflutete Klassenzimmer entstanden. Die technische Ausstattung wird auf dem neuesten Stand sein. Das Egbert-Gymnasium geht bei der Anmeldung der neuen Fünftklässler neue Wege: Da der „Tag der offenen Tür“ verschoben wurde, konnte die Schule in diesem Jahr keine Voranmelde-Bögen an interessierte Eltern von Viertklässlern weitergeben. Ab sofort kann man sich daher über ein Online-Formular auf der Homepage der Schule bequem von Zuhause aus voranmelden. Auf diese Weise ist man schon vorgemerkt.

Übersichtlich, individuell, gemeinsam

Das eLearning-Konzept des Egbert-Gymnasiums bewährt sich in der Corona-Krise

Viele Eltern sorgen sich derzeit um die schulische Weiterentwicklung ihrer Kinder im Zeichen der Corona-Krise. Die Schule ist geschlossen – wie funktioniert da das Lernen? Das Egbert-Gymnasium war auf diese Situation gut vorbereitet. Die digitale Lernplattform „Mebis“ wurde sukzessive in den Jahren vor „Corona“ eingeführt. „Wir haben uns nicht irritieren lassen“, so Schulleiter Markus Binzenhöfer. „Auch nach anfänglichen Startschwierigkeiten sind wir bei der Kommunikation über Mebis geblieben, um zu verhindern, rechtlich problematische oder zu viele unterschiedliche Varianten der digitalen Kommunikation zu erzeugen.“ Die Erfahrung gibt der Schule recht: Mittlerweile funktioniert Mebis sehr zuverlässig und die Lehrkräfte lassen sich viel einfallen, um ihre Schüler mit gutem Material zu versorgen. Die Schüler arbeiten gewissenhaft und manchmal sogar intensiver als im Normalmodus. „Respekt an beide Gruppen!“, so Binzenhöfer wörtlich.

Individualität ist ein Eckpfeiler des eLeanings am EGM. Nach dem Hotline-Prinzip stehen vier Mebis-Koordinatoren sowie Sekretariat und Schulleitung acht Stunden täglich für Rückfragen und Problemfälle telefonisch zur Verfügung. Lehrerin Kerstin Stäblein ist eine von ihnen. Sie erläutert das Konzept so: „Jeder Schüler lernt nach seinem eigenen Rhythmus und in seinem eigenen Tempo. Deshalb erstellen wir Wochenpläne, die sich die Schüler selbst einteilen und zu selbst bestimmten Zeiten bearbeiten können. So können sie auf ihre eigenen Bedürfnisse eingehen und müssen nicht der strengen Taktung des Stundenplans folgen.“

Mebis-Koordinator Martin Pohl, Mitarbeiter in der Schulleitung, sieht die Vorteile auch in der interaktiven Zusammenarbeit: „Lehrer und Schüler können sich über die Plattform austauschen, auch wenn kein schulischer Kontakt möglich ist. Es gibt aber auch Raum für Kooperation in Form von Gruppenarbeiten, die die Zusammenarbeit er Kursteilnehmer untereinander fördern, wobei auch das Tagesheim in das eLearning-Konzept am EGM eingebunden ist.“ Und für die spirituelle Pause zwischendurch halten Pater Jesaja und das Team der Schulseelsorge eine benediktinische Haltestelle für Körper, Geist und Seele bereit, um gemeinsam Kraft aus dem Glauben zu schöpfen und Orientierung in einer Zeit der Verunsicherung zu geben. 

Auch die Feedback-Kultur wird durch das eLearning-Konzept am EGM gestärkt: „Wir sammeln Erfahrungen: Stimmt das tägliche Arbeitspensum für die Schüler? Wie kommen sie mit der Zeitplanung zurecht? Können sie in allen Kernfächern auf Lernmaterial zugreifen?“ Solche Fragen sollen am Ende der zweiten Woche der Schulschließung in einer Umfrage abgefragt werden. Auf diese Art und Weise wird das eLearning Schritt für Schritt weiterentwickelt“, so Schulleiter Markus Binzenhöfer, der auch einen Blick in die Zukunft wagt: „Im Blick auf die neue Medienausstattung und die räumlichen Möglichkeiten nach der Generalsanierung eröffnen sich uns am Egbert-Gymnasium neue digitale Möglichkeiten, die wir nutzen wollen.“

Bei der Arbeit: Die Lehrkräfte Kerstin Stäblein, Julian Binzenhöfer und Ramona Fuchs.

Gewinnen mit Griechisch

Alljährlich findet in Bayern der Landeswettbewerb Alte Sprachen statt. Die leistungsstärksten  altsprachlichen Schüler der gymnasialen Oberstufen messen sich in Latein und Griechisch. Erstes Ziel ist es, in den Olymp der 50 Besten zu gelangen. In der Wettbewerbsrunde 2018/20 schaffte das Jannika Lechner aus der Q12 des Egbert-Gymnasiums mit Griechisch. Sie hatte an einem Text aus Homers Ilias ihre hohe Übersetzungskunst unter Beweis gestellt und an kniffligen Aufgaben mit profundem Wissen und problemlösendem Denken punkten können. Als Lohn für ihre hervorragende Leistung gab es nun eine Urkunde und Buchpreise von der Elisabeth J. Saalstiftung und dem bayerischen Kultusministerium. Mit der erfolgreichen Schülerin freuen sich der Schulleiter Markus Binzenhöfer und der Kurs- und Fachleiter Ludger Arens.

Neue Saat im Seelengarten

Besinnungstag am Egbert-Gymnasium

Zu Beginn der Fastenzeit widmeten sich die Schülerinnen und Schüler des Egbert-Gymnasiums wieder dem eigenen „Seelengarten“. Beim Besinnungstag wurden sie mit Bildern von bestimmten Blumen und Pflanzen konfrontiert und überlegten sich, für welche Eigenschaften sie stehen. „Die Sonnenblume ist langlebig und steht deshalb für Durchhaltevermögen“, hieß es da zum Beispiel. „Ihre nährstoffhaltigen Kerne werden gerne als Nervennahrung von Studenten gefuttert.“ Andere Schüler orientierten sich bei ihren Gedanken am Aussehen der Sonnenblume: „Sie steht für Lebensfreude, weil sie aussieht wie die Sonne.“ Ähnliche Eigenschaften suchten die Schüler auch für andere Pflanzen, etwa Paprika und Bohnen. Anschließend gestalteten sie kleine Tütchen, in die einige Samenkörner eingefüllt wurden. Jeder bekam eine solche Tüte mit nach Hause, damit dort die gute Saat aufgehen möge.

Fortnite bei Jungs, TikTok bei Mädchen

Schulpsychologe Cronenberg erklärt Trends der digitalen Mediennutzung

Drei bis vier Stunden pro Tag nutzen Jugendliche durchschnittlich ihr Smartphone – Tendenz steigend! Diese Zahl nannte Schulpsychologe Ulf Cronenberg bei seinem Vortrag am Egbert-Gymnasium. Viele Eltern, auch aus der benachbarten Grundschule, waren gekommen, um sich über die neuesten Trends aufklären zu lassen. Nach Angaben Cronenbergs ist die Unterhaltungsfunktion mittlerweile wichtiger als die Kommunikation, und die bevorzugten Apps sind „Instragram“ oder „Snapchat“. 

Der Schulpsychologe informierte die Eltern zunächst über „Fortnite“, das beliebteste Spiel unter den Jungen. Es wird erst einmal kostenlos heruntergeladen, doch kann man gegen Bezahlung zum Beispiel neue, bessere Waffen und Anzüge kaufen. Eine Runde dieses Spiels nennt sich „Battle Royale“. Dabei bekämpfen sich knapp 100 Spieler auf einer Insel bzw. auf einem unbekannten Areal, das sich nach geraumer Zeit selbstständig verkleinert. Ein Spiel dauert 25-30 Minuten. Ziel ist es als letzter dieser Runde übrigzubleiben. Folglich sind die Gewaltanwendung, das Suchtpotential und die versteckten Kosten auch die größten Kritikpunkte, die Cronenberg daran ausmachte. 

Bei den Mädchen sieht der Medienkonsum nicht wesentlich anders aus. Bei ihnen liegt die App „TikTok“ im Trend. Benutzer können Musikclips anderer ansehen, außerdem selbst kurze Clips aufnehmen und bearbeiten. Anleitungen dazu finden sich auf YouTube. Die Kritik an „TikTok“ bezieht sich vor allem auf den mangelnden Datenschutz. Auch können Nutzer die Altersbeschränkung leicht unterlaufen, da das Geburtsdatum nicht überprüft wird. „Die Jugendlichen stellen sich zur Schau, bauen eine Scheinwelt auf und nehmen viele laszive und sexuell konnotierte Videos auf“, so Cronenberg. Diese Videos machen es Sexualstraftätern leichter, Opfer zu finden. Immer wieder komme es zu spöttischen Kommentaren bis hin zu Cybermobbing. 

Insgesamt acht Tipps hatte Cronenberg für die Eltern parat, um den Problemen zu begegnen: 

  • Medien nicht generell verbieten, sondern stattdessen sich ein Bild machen, sich Soziale Netzwerke zeigen zu lassen, sie versuchen zu verstehen und sie selbst auszuprobieren.
  • Immer wieder das Gespräch über Geräte und Internet suchen, aber es nicht übertreiben. 
  • Klare Regelungen treffen, wie eine Zeitbegrenzung oder gerätefreie Zeiten und bei jüngeren Kindern die Aktivität kontrollieren. 
  • Beim Klassenelternabend Grundregeln vereinbaren, dass beispielsweise das Handy ab 20 Uhr abgegeben wird. 
  • Selbst ein Vorbild sein, indem man das Smartphone bei gemeinsamen Unternehmungen nicht benutzt oder den Kindern zeigt, wie man das Internet sinnvoll nutzen kann. 
  • Die Anschaffung eigener Geräte für die Kinder möglichst herauszögern, oder so platziert werden, dass die Eltern vollen Überblick über die Nutzung und die Nutzungsdauer haben. 
  • Alle anderen Aktivtäten fördern, wie Sportverein, Jugendgruppen und Lesen. 
  • Kindersicherungen in Betriebssystemen nutzen, indem man Gerätenutzungszeiten, einen Content-Filter oder kein freies Kaufbudget hinzufügt, sodass die Eltern alles genehmigen müssen. 

Schutzkonzept zur Prävention und Intervention am EGM

Das Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach (EGM) hat mit einem neuen Papier die Präventionsarbeit erweitert.

Ein neues Schutzkonzept mit Maßnahmen zur Prävention und Intervention von sexualisierter Gewalt am Egbert-Gymnasium ist am Montag von Abt Michael Reepen OSB und Schulleiter Markus Binzenhöfer in Kraft gesetzt worden. Das vom Präventionsteam erstellte Papier enthält neben der 2013 eingeführten Präventionsordnung konkrete Begriffsbestimmungen und die seit Jahren etablierte Präventionsarbeit am EGM. Der Präventionsbeauftragte des Bistums Würzburg, Martin Pfriem, würdigte bei der Veranstaltung am Montag die besondere Arbeit der Klosterschule, die „über die Handlungsanweisungen der Deutschen Bischofskonferenz hinausgeht“.

Abt Michael hob die Veranstaltungen in den verschiedenen Jahrgangsstufen hervor, die ein Zeichen für die ausgezeichnete Arbeit zur sexuellen Bildung und Medienprävention seien. Auch verpflichtende Schulungen für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die von der Abtei eingeforderte Selbstverpflichtungserklärung zeigten, wie Kloster und Schule über die staatlichen Forderungen hinaus agieren. Besonders dankte er dem 2011 gegründeten Präventionsteam, das maßgeblich für diese Maßnahmen verantwortlich sei. Als Grundlage jeglichen Handelns zum Wohle und Schutz der anvertrauten Jugendlichen nannte der Abt die heilige Schrift, das christliche Menschenbild und die Regel des heiligen Benedikts.

Das neue Schutzkonzept hat die Würde des einzelnen Menschen und die Verantwortung für andere im Leitbild verankert. Zudem benennt es die Teilhabe von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften als „Ausdruck eines christlich motivierten Umgangs miteinander“. Als Ergänzung und Erweiterung zur bereits bestehenden Präventionsordnung beinhaltet es bereits seit Jahren etablierte Veranstaltungen und Präventionsmaßnahmen, benennt Ansprechpartner, definiert Begriffe und gibt einen Handlungsleitfaden vor. Oberstes Ziel ist dabei immer der Schutz der Schülerinnen und Schüler.