Die Kraft der Verwandlung

Festgottesdienst am Benediktstag
Münsterschwarzach. „Mysteriös – Geheimnissen auf der Spur“ – unter diesem Motto stehen die Gottesdienste in diesem Schuljahr am Egbert-Gymnasium, so also auch der Festgottesdienst am Gedenktag des Heiligen Benedikt. Der 21. März ist dabei nicht nur eine willkommene Unterbrechung der Fastenzeit, sondern markiert auch den Frühlingsanfang. Die Natur erwacht zu neuem Leben. Dies wurde im Festgottesdienst am Symbol des Samenkorns verdeutlicht. Die Schüler und Besucher der Abtei bekamen am Ende der Predigt ein paar Samenkörner, die zu prächtigen Blumen werden können, wenn sie auf fruchtbaren Boden fallen. Schulseelsorger P. Jesaja Langenbacher lud dazu ein, auch die eigene Seele wachsen zu lassen, sie zu pflegen und negative Einflüsse fern zu halten. So wie sich das Samenkorn verwandelt, sollten auch die Christen immer wieder neu fähig zur Verwandlung sein. Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst von den Schulchören unter der Leitung von Manfred Weidl und Br. Julian Glienke.

Eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der Abtei

Wie vielleicht einige von euch bereits mitbekommen haben, ist unsere Abteikirche von innen anders gestaltet als sonst. Schon seit einiger Zeit werden die seitlichen Gänge neben den Bankreihen mit beeindruckenden Bildern, Modellen und Skulpturen geziert, die von der Entstehung über die geschichtliche und religiöse Entwicklung bis zum jetzigen Wirken des Klosters erzählen.

Der Ausstellung sind trotz der wenigen Erklärung viele Informationen zu entnehmen, die den Werdegang der Abtei für jeden zugänglich machen. So sind die Schicksalsjahre, die nach der Gründung 816 folgten, hoffnungsvoll mit dem Leidensweg Christi verglichen, oder es wird ein Einblick in die persönlichen Aufzeichnungen des Klosters, z.B. in die Buchführung über die Todesdaten der Mönche, gewährt. Auch die Heiligen der Benediktiner, darunter besonders die Klosterpatronin Felicitas, werden in einer der Installationen respektvoll gewürdigt. Neben den vielen Bildern, die alle Raum für eigene Interpretationen bieten, ist auch an einigen Stellen die Möglichkeit gegeben, seine Gedanken zu bestimmten Themen in Worte zu fassen und selbst kreativ zu werden.

Die Ideen für dieses tolle Projekt stammen von Pater Meinrad, der auch viele der Werke persönlich gestaltet hat, aber auch die Skulpturen und Modelle anderer Künstler aus aller Welt sind zu bewundern. Bei wem nun das Interesse geweckt wurde, der Abteikirche mal einen Besuch abzustatten, hat noch bis Oktober Zeit, diese spirituelle Erfahrung zu machen, Sonntags um 14:30 sogar an der Seite von Pater Meinrad selbst, der eine dreiviertelstündige Führung durch seine Werke, anbietet.

Johanna Günther, Q11

 

Taizé ist für mich…“ – an Himmelfahrt unterwegs zu Gott zu sein

 Wieso machen wir heute so wenig Gotteserfahrungen, während wir in der Geschichte immer wieder von Menschen hören, die Gott direkt erlebt haben? – könnten wir im Blick auf die großen Heiligen der Kirche fragen.
Oder wir gehen los, machen uns auf und geben Gott die Gelegenheit, uns tief in uns selbst anzutreffen.
So würden wir die Sehnsucht der über fünfzig Jugendlichen aus der 10. und 11. Klasse beschreiben, die sich in diesem Jahr zu Himmelfahrt nach Taizé aufgemacht haben. Trotz der langen Hinfahrt, den einfachen Hütten („Keine Zelte, Danke Gott!“), dem bescheidenen Essen („Langes Warten – zu wenig Essen“) finden die Jungen und Mädchen in Taizé etwas, wonach sie wohl gesucht haben. „Taizé ist für mich ein Ort, der mit minimalistischen Mitteln die meisten Jugendlichen erreicht.“
Zuerst einmal ist es wohl das Gemeinschaftserlebnis, was jeden mitreißt. Wer kann sich dem entziehen, wenn an jeder Ecke gespielt, gelacht, geredet wird, wenn in den Gottesdiensten drei- bis viertausend Jugendliche wie selbstverständlich beten, schweigen und singen? „Taizé ist für mich ein unglaublich starker Geist von Gemeinschaft, trotz kultureller Unterschiede, von geistlichen Werten, die völlig neu belebt werden, ein Ort, den es so kein zweites Mal gibt – einzigartig.“
Dann ist es tatsächlich die Einfachheit, die ungeahnte Möglichkeiten der Lebensfreude eröffnet. Das Beste bekommt man geschenkt, könnte man im Blick auf das schlichte, natürliche Sein vor Gott sagen: „Taizé ist für mich ein Ort, an dem ich weg bin von Handy, Aufgaben und allem, was mich unter Druck setzt. Ich liebe es einfach, in der Kirche zu sitzen und die Gedanken baumeln zu lassen.“
In diesem guten Geist kann die zarte Glaubenspflanze Kraft und Sinn bekommen. Selten sieht man junge Menschen auf eine Kirche zurennen, weil sie unbedingt das Samstagabendgebet erreichen wollen. Selten sieht man in bewegtere Gesichter, die auch einmal ihren Tränen freien Lauf lassen. Selten verschieben Jugendliche das Fußballspiel, weil sie noch über einen Bibeltext sprechen (gut, manchmal war es auch anders herum).
In allem aber ist es wohl die Offenheit, die dort möglich ist und in der uns Gott antrifft: „Taizé ist für mich ein Ort, an dem ich bisher am meisten Gottes Nähe gespürt habe.“

Abteikirche zum Ausschneiden

Für die Kinder eine schöne Bastelaufgabe, für die Erwachsenen ein Impuls, um über den Sinn des Lebens nachzudenken: Der Schnittbogen zur Abteikirche Münsterschwarzach bietet etwas für Groß und Klein. Wer der Bastelanleitung folgt, erhält Schritt für Schritt ein proportionsgetreues Modell der Abteikirche. Hinzu kommen viele Informationen zum Bau des Gotteshauses und zur Geschichte des in diesem Jahr 1200 Jahre alten Klosters. Anhand von Leitfragen auf dem Modell kann man das eigene Leben reflektieren. Schülerinnen und Schüler des Egbert-Gymnasiums haben das Modell zusammen mit ihrer Lehrerin Esther Zeiher erstellt. Nun wurde es im Rahmen einer Matinee feierlich präsentiert. Der Schnittbogen wird in der Buch- und Kunsthandlung der Abtei Münsterschwarzach verkauft und kostet 10 Euro.