(BE) IT’S OPEN –Startfrei für die Benediktswoche

13 Organisatoren haben sich in der Pausenhalle versammelt, um die 150 Schüler aus dem Deutschhaus-, Friedrich List-, Martin-Pollich- und natürlich auch aus dem Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach zu begrüßen. Seit Beginn des Jahres bereiten sie mit den Betreuern Herrn Aust und Herrn Binzenhöfer diese drei Tage vor. Das P-Seminar hat an der Planung der Festwoche mitgewirkt und verschiedene Workshops und Events, unter anderem auch den Auftritt von Chris Cosmo, organisiert. Während einer kurzen Ansprache von Herrn Aust und zwei Schülern des P-Seminars erhielt jeder Schüler einen farbigen Zettel. Jede Farbe stand für einen der insgesamt sieben Workshops und die Schüler wurden durch einen verantwortlichen Lehrer oder Mönch in ihren Raum gebracht. Bruder Thomas Morus und Pater Jesaja erzählten über ihren Eintritt in das Kloster, wie sie den Glauben an Gott gefunden haben und waren offen für allerlei Fragen der Schüler. Außerdem gab es eine Rallye bei der 10.Klässler eine Führung durch das Klostergelände gegeben haben.

Laura Heer, Lara Holzmann

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Eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der Abtei

Wie vielleicht einige von euch bereits mitbekommen haben, ist unsere Abteikirche von innen anders gestaltet als sonst. Schon seit einiger Zeit werden die seitlichen Gänge neben den Bankreihen mit beeindruckenden Bildern, Modellen und Skulpturen geziert, die von der Entstehung über die geschichtliche und religiöse Entwicklung bis zum jetzigen Wirken des Klosters erzählen.

Der Ausstellung sind trotz der wenigen Erklärung viele Informationen zu entnehmen, die den Werdegang der Abtei für jeden zugänglich machen. So sind die Schicksalsjahre, die nach der Gründung 816 folgten, hoffnungsvoll mit dem Leidensweg Christi verglichen, oder es wird ein Einblick in die persönlichen Aufzeichnungen des Klosters, z.B. in die Buchführung über die Todesdaten der Mönche, gewährt. Auch die Heiligen der Benediktiner, darunter besonders die Klosterpatronin Felicitas, werden in einer der Installationen respektvoll gewürdigt. Neben den vielen Bildern, die alle Raum für eigene Interpretationen bieten, ist auch an einigen Stellen die Möglichkeit gegeben, seine Gedanken zu bestimmten Themen in Worte zu fassen und selbst kreativ zu werden.

Die Ideen für dieses tolle Projekt stammen von Pater Meinrad, der auch viele der Werke persönlich gestaltet hat, aber auch die Skulpturen und Modelle anderer Künstler aus aller Welt sind zu bewundern. Bei wem nun das Interesse geweckt wurde, der Abteikirche mal einen Besuch abzustatten, hat noch bis Oktober Zeit, diese spirituelle Erfahrung zu machen, Sonntags um 14:30 sogar an der Seite von Pater Meinrad selbst, der eine dreiviertelstündige Führung durch seine Werke, anbietet.

Johanna Günther, Q11

 

40 Veranstaltungen in drei Tagen – Eventmanagement als Schulfach

Von Moritz Fischer

Im Rahmen der Benediktswoche vom 11. bis zum 15. Juli bieten unsere Schulgemeinschaft sowie das Kloster diverse Projekte und Veranstaltungen für die Schulgemeinschaft sowie zahlreiche Besucher an. Zuständig für die Organisation der zahlreichen Projekte ist das P-Seminar Eventmanagement unter Leitung von Herrn Aust. Hier ist es den Schülern möglich, aktiv an der Planung und Gestaltung von Konzerten, Vorstellungen und Workshops teilzunehmen und diese im Rahmen der Benediktswoche durchzuführen. Mitten im Stress der anstehenden Woche haben Amin Babel und Johannes Hiebl etwas Zeit gefunden, uns einige Fragen über ihre Arbeit mit dem P-Seminar zu beantworten.

PEER: Zuerst einmal, was sind überhaupt eure Aufgaben im Rahmen der Projektwoche und welche Angebote werdet ihr in den nächsten Tagen bereitstellen?

Johannes: Also zuerst einmal geht es natürlich um das 1200 jährige Jubiläum der Abteikirche. Daher haben wir uns Vorgenommen, in den nächsten drei Tagen Begegnungstage für unsere Schulgemeinschaft und Schüler von außerhalb zu schaffen. Im Rahmen dessen möchten wir versuchen, den täglich ca. 250 Schülern den Benediktsgedanken mit Hilfe von Rallys, Filmen, Konzerten und vielem mehr näher zu bringen. Am Mittwoch findet dann beispielsweise ein Projekttag für soziale Gruppen statt, an dem beispielsweise die Schüler der achten Klassen eine Schulung im Bereich der Konfliktlösung erhalten. Außerdem finden Dienstag-, Mittwoch- und Donnerstagabend Cris Cosmo Konzerte in der Pausenhalle statt.

PEER: Was waren die größten Herausforderungen, denen ihr euch bei der Planung der Projektwoche stellen musstet?

Johannes & Amin: Die größte Herausforderung war die schiere Menge an Veranstaltungen. Bei rund vierzig Veranstaltungen innerhalb von drei Tagen war die Koordination zwischen all denen, die die eigentlichen Projekte durchführen nicht immer einfach. Ansonsten gab es noch einige kleinere Komplikationen, wie ausversehen falsch bedruckte Plakate oder Zeitprobleme mit den einzelnen Projekten, das waren aber alles in allem nur kleinere Anfängerfehler, die natürlich passieren, da die meisten von uns eine Veranstaltung in dieser Größenordnung zum ersten Mal organisieren.

PEER: Was hat euch bei der Planung und Durchführung der Benediktswoche am meisten Spaß gemacht?

Johannes: Mir persönlich hat insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit Spaß gemacht, bei der ich die Gelegenheit hatte, mit Firmen wie Radio Gong Kontakt aufzunehmen und auch persönlich von Cris Cosmo in die Planung der Konzerte einbezogen zu werden.

Amin: Das P-Seminar hat mir bereits das ganze Jahr über Spaß gemacht, aber ich freue mich vor allem auf die bevorstehenden Tage und darauf, zu sehen wie die Projekte nach all der Planung endlich verwirklicht werden.

Wie zu sehen ist, bietet unsere Schulgemeinschaft in den nächsten Tagen eine Fülle von Veranstaltungen an, und ergänzt somit die Festwoche nicht nur für Schüler des Egbertgymnasiums sondern auch für zahlreiche Besucher von anderen Schulen.

„Das Wichtigste ist der Dialog.“

Erzbischof Dr. Nikola Eterović, apostolischer Nuntius in der Bundesrepublik Deutschland, zu Besuch am EGM

In einer Reihe mit unserer Bundeskanzlerin – diese Ehre wurde am Montag, den 11.07.16 der gesamten Schulfamilie unseres Gymnasiums zuteil. Denn den Festgottesdienst zum Benediktsfest und gleichzeitig zum 1200-jährigen Bestehen der Abtei Münsterschwarzach leitete der Mann, der am selben Abend gemütlich mit der mächtigsten Frau der Welt plauschte: Erzbischof Dr. Nikola Eterović, der wichtigste Gesandte des Papstes in Deutschland. Und damit nicht genug: Nach dem Gottesdienst fanden sich die zehnten und elften Klassen in der Aula ein, um diesen besonderen Mann besser kennenzulernen.
Er begann mit ein paar Worten zu seinem Lebenslauf und seiner konkreten Aufgabe. Er studierte drei Jahre lang in Rom an der ältesten akademischen Schule der Welt (ca. 310 Jahre alt) für Diplomaten des Heiligen Stuhles. Seit 1980 nennt er den diplomatischen Dienst als seine Aufgabe. Diese besteht aus zwei großen Gebieten: Die diplomatisch-kirchliche Mission (Verbesserung des Verhältnisses von Kirche zu Staat, z.B. Treffen mit Bundeskanzlerin und anderen Politikern), sowie die kirchliche Mission (Intensivierung des Verhältnisses von Papst zu den einzelnen Mitarbeitern der Kirche).
Seine und die Arbeit seiner Vorgänger hat sich bereits bezahlt gemacht: In Deutschland sind die Beziehungen von Staat zur Kirche sehr gut, so unterstützt der Staat katholische soziale Organisationen wie die „caritas“ oder Flüchtlingsprojekte der Kirche. Der Erzbischof bedankte sich besonders für die Welle der Hilfsbereitschaft deutscher Christen, die entstand, als in der letzten Zeit immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland kamen. Er nahm dies zum Anlass, um uns als die heranwachsende Generation zu ermahnen, dass wir die Gegenwart und ebenso die Zukunft prägen. Mit dieser Verantwortung sollte nicht leichtfertig umgegangen werden.
Nach dieser kurzen Einführung waren wir, die Schüler, nun dran, den Nuntius mit unseren Fragen zu löchern: Grob gegliedert waren diese in die drei Themengebiete Persönliches, Politik und Kirche.

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Erzbischof Dr. Nikola Eterovic (links) mit Abt der Abtei Münsterschwarzach Michael Reepen

  • Persönliches

    Der Nuntius reist sehr viel – nicht nur um seine Deutschkenntnisse zu verbessern, sondern auch, um Land und Leute kennenzulernen. Auf der ganzen Welt hat er Berufserfahrung sammeln dürfen: In Afrika, Spanien, Lateinamerika und der Ukraine. Aber für Urlaub ist zum Glück auch Zeit: Im Sommer geht’s für zwei Wochen nach Kroatien zu seiner Familie. Denn obwohl er sich in seinem Wohnsitz in Berlin pudelwohl fühlt, ist es ihm sehr wichtig, den Bezug zur Heimat zu wahren.

    In Europa steht er vor neuen Herausforderungen: Durch die Säkularisierung der Welt haben viele Menschen den Bezug zu Gott verloren. Sie suchen nach persönlicher Begegnung mit Gott, dem Nuntius ist es ein großes Anliegen, die Möglichkeiten zu eben dieser Begegnung aufzuzeigen.

„Die Kirche ist offen!“

  • Politik

    Vertreten möchte der Nuntius ethische und moralische Werte – ohne an irgendeine Partei gebunden zu sein. Der Nuntius trifft wichtige Politiker, um mit ihnen über Streitfragen zu diskutieren, organisiert aber auch Treffen mit dem Papst selbst. So war Kanzlerin Merkel bereits dreimal im Vatikan, um sich mit Papst Franziskus zu besprechen.

    Die Flüchtlingsfrage sieht der Erzbischof nicht nur als ein europaweites Problem, sondern als ein Weltproblem. Es sei das oberste Ziel, eine gemeinsame, friedliche Lösung zu finden. Das Wichtigste sei der Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen. Nur durch gegenseitiges Verständnis könne Integration gelingen. Die deutsche Politik sei hier Vorreiter: Sie verwirkliche mit beeindruckender Kontinuität christliche und menschliche Werte.

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    Apostolischer Nuntius im Gespräch mit den Schülern

  • Kirche

    Papst Franziskus ist der fünfte Papst, unter dessen Führung Dr. Nikola Eterović seit seiner Weihe zum Bischof 1977 arbeitet. Jeder Papst lege andere Akzente, Franziskus mache besonders auf die Ungleichheit der Welt aufmerksam. Er stehe für das Sprichwort: Kraft des Rechts nicht Recht der Kraft. Außerdem möchte Papst Franziskus durch die Neuerung der katholischen Kirche junge Menschen wieder zum Glauben bewegen.

    Zuletzt sah sich der Nuntius mit einer Streitfrage konfrontiert: Kann ein*e Homosexuelle*r in der katholischen Kirche bleiben? Der Nuntius antwortete klar und bestimmt mit einem „JA! Die katholische Kirche ist offen!“ Passt ja wie die Faust aufs Auge zu dem Motto des 1200-jährigen Bestehen der Abtei Münsterschwarzach: Be open!

Ein Grund zum feiern

„Be open!“- In dieser Zeit der Flüchtlingsdramen und politischen Unsicherheiten kann jeder etwas mit diesen Worten verbinden. In Münsterschwarzach verbindet man es aber besonders mit dem Jubiläum „1200 Jahre Abtei Münsterschwarzach“, das unter genau diesem Motto steht. Anlässlich dazu findet eine Festwoche statt, die die Grenzen zwischen unserer Schule und dem Leben der Mönche mithilfe von gemeinschaftlichen Projekten durchbricht und auch Gäste von außerhalb herzlich einlädt, dieses Ereignis zusammen zu erleben. Vom 11.-14. Juli wird sowohl vom EGM als auch vom Benediktinerkloster ein abwechslungsreiches Programm rund um die Entstehung und Entwicklung der Abtei gestaltet. Eingeleitet wird die Woche mit dem jährlich gefeierten Gottesdienst zu Ehren des heiligen Benedikt, der dieses Mal von einem besonderen Gast, dem päpstlichen Nuntius, gehalten wird, der anschließend auch einigen Jahrgangsstufen für Fragen zur Verfügung steht. Danach steht ein Gemeinschaftsbild der Schülerschaft an, die das Symbol der Festwoche, einen Schlüssel, darstellen werden. Am Abend findet zum wiederholten Mal das Elterntheaterstück „Die Krypta“ statt, das bereits großen Anklang fand. Die drei darauffolgenden Tage sind von vielen Workshops und Führungen, diversen Ausstellungen, sowohl von Schülern als auch von Mönchen, und Projekten von verschiedenen Schülergruppen geprägt und für die jüngeren findet von Dienstag bis Donnerstag um 19:00 Konzerte von Chris Cosmo in der Pausenhalle des Gymnasiums statt. Hier ist auf jeden Fall für jeden etwas dabei und wird für alle beteiligten eine schöne, spirituelle Erfahrung sein. Es lohnt sich vorbeizuschauen.

Johanna Günther