Projektarbeit im Distanzunterricht Religion 9a/b: Gegen das Vergessen

Als nach den Weihnachtsferien die Phase des Distanzunterrichts begann, musste der Religionsunterricht, der wie kaum ein anderer vom Dialog und der Präsenz lebt, völlig umstrukturiert werden. Um eine Nähe zu unserem Thema „ Judentum“ zu schaffen, schauten wir uns erst einmal den 2016 entstandenen Film „Das Tagebuch der Anne Frank“ von Hans Steinbichler an – jeder bei sich zuhause. In der folgenden Videokonferenz wurde schnell klar, dass die Generation von Jugendlichen, die durch den Lockdown sehr isoliert leben muss, ein ganz neues Verständnis für Anne Franks Lebenssituation aufbringen kann.

Da die Schulschließung für die 9. Klasse noch lange anhalten sollte, vertieften wir uns weitergehend in das Projekt. 

Jeder Schüler und Schülerin bekam den Auftrag, sich zu informieren, was „Stolpersteine“ sind und im eigenen Umfeld nach ihnen zu suchen, sie zu fotografieren und den Schicksalen der genannten Menschen nachzuforschen.

Die Schüler fanden es sehr interessant, etwas über die Menschen zu erfahren, die ein ganz normales Leben in den fränkischen Dörfern geführt hatten und dann plötzlich herausgerissen und deportiert wurden.

Durch diese Geschehnisse haben wir Nachgeborenen keinen oder wenig Kontakt zu jüdischem Leben und Bräuchen. Daher bekamen die Schüler und Schülerinnen den Auftrag, sich entweder mit jüdischen Festen, koscherem Essen oder Klezmer Musik zu beschäftigen.

Die Vielfalt der entstandenen Portfolios war enorm. Zwei Schüler erstellten Musikvideos mit Geige und Cello zum Thema Klezmermusik, einige Schülerinnen kochten lecker aussehende und schmeckende Rezepte nach und fotografierten sie und eine große Anzahl informierte sich über die jüdischen Feste Purim, Pessach und Chanukka.

Die eingereichten Portfolios waren liebevoll gestaltet und jeder berichtete im Wechselunterricht in seiner Kleingruppe über seine Recherchearbeit.

Das Bild, das Hannah Pohl,9b, für ihr Deckblatt gestaltet hat, zeigt, was wesentlich ist bei diesem Projekt: Jetzt besonders, da die Zeitzeugen uns nicht mehr lange berichten werden können von Krieg und Shoa, von Flucht und Vertreibung die Erinnerung wachhalten!

Gegen das Vergessen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s