Steintafeln erinnern an acht Zöglinge

Weihe des Denkmals an der Friedhofsmauer der Abtei

100 Jahre ist es her, dass der Erste Weltkrieg zu Ende ging. Dieser Krieg stellte die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts dar und forderte viele Opfer – auch in der Abtei Münsterschwarzach. Neben zahlreichen Mönchen kamen auch acht „Zöglinge“, wie man die Schüler damals nannte, zu Tode. An sie erinnert nun wieder ein dreiteiliger Stein an der Friedhofsmauer der Abtei. In einer kleinen Feierstunde im Rahmen des Benediktsfest, dem 21. März, wurde der Stein im Beisein von Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer und Prior P. Pascal würdevoll eingeweiht.
Etwa 15 Schüler des Egbert-Gymnasiums und ihre Lehrkraft Karin Illner beschäftigten sich ein Jahr lang mit dem Denkmal, das seit etwa 20 Jahren ein „Schattendasein“ im Archiv fristete und bei dem eine von drei Platten fehlte. Den Schülern war klar: Das Andenken an die acht früheren Schüler, die sich freiwillig für den Militärdienst gemeldet hatten und dabei ihr Leben verloren, sollte wieder hergestellt werden. So suchten sie die Zusammenarbeit mit Abtei-Archivar P. Franziskus Büll und der Bildhauerin Dresch-Fritzsch aus Schwarzach, die die verschwundene Steinplatte erneuerte. Es wurden Standorte geprüft und wieder verworfen, ehe man am Eingang zum Friedhof den idealen Platz gefunden hatte.
Im weiteren Verlauf sammelten die Schüler Spenden, mit deren Hilfe das Projekt auf die Beine gestellt werden konnte: Der „Münsterschwarzacher Kreis“, der Förderverein des EGM, engagierte sich sehr stark. Darüber hinaus stellte Schulleiter Robert Scheller den Kontakt zur Franz-Oberthür-Stiftung her. Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer holte den „Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge“ mit ins Boot, so war man der Realisierung des Projekts schon ein Stück näher. Das Schmieden der Haken für die Aufhängung und die Anbringung der Steintafeln übernahm die Metallwerkstatt der Abtei.
„Ich hatt´ einen Kameraden“ spielte Solotrompeter Benjamin Hettrich (Q12) zu Beginn der feierlichen Einweihung – und traf damit den richtigen Ton. Die acht Namen der Toten – Anton Kram, Georg Kraus, Julius Dreyer, Wilhelm Bussmann, Gregor Albert, Oskar Nöth, Karl Pfriem und Johann Rösch – mahnen dazu, den Frieden zu achten und zu bewahren. So stellte Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer in seiner Ansprache auch heraus, dass der Erste Weltkrieg vielleicht vermeidbar gewesen wäre, aber der Konflikt zunehmend eskaliert sei. „So konnte am Ende keine Konfliktpartei mehr am Frieden festhalten, weil sie sonst das Gesicht verloren hätte.“ Beinhofer sah das als Mahnung an, auch heute die Streitigkeiten in der Welt nicht eskalieren zu lassen, sondern den Dialog zu suchen.
Schülerin Natalia Hirschmann las aus Frontberichten vor, die an die Abtei geschickt worden waren. Darin ging es um furchtbares Leid, das durch Gas-Angriffe den eigenen und den feindlichen Soldaten zugefügt worden war. In Erinnerung an die Opfer wurde ein Kranz am Fuße des Denkmals niedergelegt. Schulseelsorger P. Jesaja weihte die Steinplatten mit Weihwasser, bevor eine A-Capella Gruppe der Schule am Ende zum Lob Gottes sang.

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