Ein Hotel als Spiegel der Gesellschaft

Theatergruppe des EGM zeigt ihr Stück „Sol y sombra“

Das Hotel „Sol y sombra“ war der Ort der Komödie, die die Mittelstufen-Theatergruppe der Lehrkräfte Kathrin Brandl und Judith Schmitt am letzten Schultag vor Allerheiligen am Egbert-Gymnasium aufführte. Das Hotel ist ein idealer Schauplatz, weil er unterschiedliche Menschen mit gegensätzlichen Bedürfnissen auf engstem Raum zusammenbringt, was zu skurrilen Konflikten führen kann – so auch in dem Stück am EGM: Da ist der verzweifelte Familienvater, der die unausstehliche Schwiegermutter mit in den Familienurlaub nimmt und ihr in einem Ausbruch von Wut den Tod wünscht, der umgehend eintritt. Die „Entsorgung“ der Leiche erfolgt mehr schlecht als recht im Hotelkeller.
Doch damit nicht genug. Eine Hoteltesterin ist im Anmarsch, und so will das Hoteliers-Ehepaar der mächtigen Dame jeden Wunsch von den Lippen ablesen und erfüllen – dumm nur, dass sie die incognito Reisende mit einer Triebtäterin verwechseln, die aus einer Nervenheilanstalt ausgebrochen ist und ebenfalls in dem Hotel logiert. Hätten sie das geahnt, dann hätten sie ihr wohl nicht das Fleischermesser ausgehändigt. Nur gut, dass am Ende eine Beamtin der Kriminalpolizei kommt und den Fall zum Teil aufklärt: Die Schwiegermutter war nicht ganz tot, sie kann aus dem Keller geholt und reanimiert werden. Die Triebtäterin aber flieht.
Den Schülern ist ein furioses Stück mit ganz viel schwarzem Humor gelungen. Hinter beißendem Spott und liebenswertem Charme der Schauspieler traten die beißenden Widersprüche zwischen Schein und Sein zutage: Da ist ein Hotelier, dem jedes Mittel recht ist, um seine Gäste hinters Licht zu führen. Da gibt es Gäste, die nur einem blanken Egoismus nachjagen, etwa nach dem Motto: „Ich – alles – sofort.“ Sie amüsieren sich zu Tode und machen sich zum Handlanger eines Systems, das keine Empathie mehr kennt, sondern dem Verbrechen gleichgültig gegenübersteht. Absolut erstaunlich, mit welcher Klarheit und gleichzeitiger Leichtigkeit die Neunt- und Zehntklässler dieses Thema auf die Theaterbretter gezaubert haben.

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Gratulation an Dr. Josef Röll

Projektpartner des Egbert-Gymnasiums wird 60


Der Verleger Dr. Josef Röll wurde anlässlich seines 60. Geburtstages in einer kleinen Feierstunde am Egbert-Gymnasium geehrt. Dr. Röll ist mit seinem Verlag seit Beginn externer Partner der Projekt-Seminare Latein/Griechisch am EGM. Er verstand es, bei den Schülern für die jeweiligen Projekte besondere Motivation zu wecken und ihnen die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln. Die Kooperation mit ihm ermöglichte es den Seminaren, Produkte von hoher Qualität zu kreieren, die sich sehr gut verkauften, darunter einige Kalender und der Kunstführer „Antike in Unterfranken“. Der Fachbetreuer StD Ludger Arens dankte Dr. Röll mit einem lateinischen Chronogramm für die fruchtbare Zusammenarbeit, und die ganze Fachschaft Latein/Griechisch mit dem Schulleiter OStD Robert Scheller an der Spitze gratulierte ihm zum runden Geburtstag.

Projekt-Ideen für Außenanlagen des EGM

Architekt Jäcklein prämiert vier Schüler-Entwürfe

Ab Mai 2018 beginnt die Renovierung des Egbert-Gymnasiums – und die Schüler selbst waren und sind aufgerufen, Ideen für den Erneuerungsprozess einzubringen. In den letzten Monaten überlegte das Projektseminar „Kunst“ zusammen mit dem Architekturbüro Jäcklein, welche Akzente im Außenbereich gesetzt werden können. Die Schüler zeichneten verschiedene Projektideen, wobei sie ganz bewusst ihrer Kreativität freien Lauf lassen sollten. Es ging bei den Vorschlägen der Schüler nicht in erster Linie um das Machbare, sondern um das Wünschenswerte und Erträumte. Anlässlich einer Informationsveranstaltung zur Renovierung prämierte Architekt Reinhold Jäcklein vier Schülerentwürfe.
So stellt sich Cosima Biebl vor, auf der Grünfläche neben der Leichtathletik-Anlage einen „aktiven Vulkan“ entstehen zu lassen. Frei nach dem Grundsatz „The floor is Lava“, gleichzeitig auch Titel eines beliebten Bewegungsspiels, sollte man nur auf betretbaren Gesteinsschollen und mit Hilfe von Kletterstangen den Berg erklimmen dürfen, denn wer in die „Lava“ tritt, hat verloren. Ein weiteres Element zur Bewegungsförderung hatte sich Leoni Wilde ausgedacht. Sie möchte gerne die Außenhülle von Schulkapelle und Aula als einen Klettergarten nutzen. „Hoch hinaus – gemeinsam zum Kreuz“ lautet ihr Motto. Demnach würde das Dach begrünt werden und an der Spitze des Kletterparcours würde tatsächlich das schon jetzt bestehende „Gipfelkreuz“ der Kapelle stehen.
Neben diesen Vorschlägen, die zur sportlichen Betätigung anregen, haben die Schüler aber auch an Ruhebereiche gedacht. So stellte Fredrik Fuchs sein Projekt „Zircles“ vor, in dem er Sitzgelegenheiten nach dem Vorbild von Kreisen entworfen hat. Johanna Graber schließlich zeigte ihre Vision mit dem Namen „Organic“: Nach dem Vorbild der Rose hat auch sie Sitzgelegenheiten für den Außenbereich entwickelt.

„Menschen auf der Flucht“

Missio-Truck besucht Egbert-Gymnasium

Stella Heinlein und Mona Schnackig vom EGM hatten sich die Flucht eines Mannes oder einer Frau aus dem Kongo nach Deutschland so nicht vorstellen können. Sie zogen eine Karte und erlebten dann mit, wie und warum die darin beschriebene Person fliehen muss. Mit Hilfe einer persönlichen Rolle wurden sie und ihre Mitschüler aus den Jahrgangsstufen 8 bis 12 im Missio-Truck über mehrere Stationen in die Sorgen und Nöte der Flüchtlinge eingeführt. Beeindruckt verließen die Schülerinnen und Schüler die „multimediale Ausstellung für Jugendliche und Erwachsene“ (Missionswerk Aachen/München) und es ergaben sich im Anschluss viele Gespräche für den Unterricht. Und auch am 15.10.2017, dem Weltmissionstag der Abtei Münsterschwarzach, diskutierten die Besucher über das Leiden und die Diskriminierungen der Flüchtlinge.
Als die Gruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (Leitung Dr. Herbert Müller) Ende letzten Jahres die Aktion vorbereitete, war ihr bewusst, wie aktuell das Thema auch im Herbst sein würde. Über viele Jahre ist die Migration mit der Herausforderung Flüchtlingshilfe eine der drängendsten Aufgaben in Deutschland, jetzt auch Thema in den anstehenden Koalitionsverhandlungen.
Der missio-Truck ist im Rahmen der Aktion Schutzengel „Für Familien in Not. Weltweit.” unterwegs. Die missio-Aktion „Schutzengel“ hilft Menschen, neue Hoffnung für ihre Zukunft nach der Flucht zu finden.

„Das Land der Griechen mit der Seele suchend“

Zwölfte Jahrgangsstufe des EGM in Weimar

Die zwölfte Jahrgangsstufe des Egbert-Gymnasiums besuchte Weimar, um dem Leben von Goethe und Schiller nachzuspüren und das im Unterricht Gelernte zu vertiefen. Die angehenden Abiturienten erlebten die „Herzogin Anna-Amalia-Bibliothek“, die nach dem Brand im Jahr 2004 wieder in neuem Glanz erstrahlt. An den Wohnhäusern von Goethe und Schiller konnten die Schüler gut die unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten der beiden Dichter erkennen: Das repräsentative Anwesen GoethIm Goethe-Nationalmuseum wurde den Schülern deutlich, dass der Dichterfürst nicht nur auf literarischem Gebiet, sondern auch als Naturwissenschaftler sehr aktiv war. Eine umfangreiche Steinsammlung, die Farbenlehre und die Entdeckung des Zwischenkiefernknochens zeugen davon. Wie inspirierend die Wohnort Weimar gewesen sein muss und immer noch ist, zeigte sich bei einem Sparziergang durch den Ilmpark bis zu Goethes Gartenhaus. An einem lauen Spätsommertag konnten die Schüler hier nach den anstrengenden Führungen ausspannen und die Natur genießen.
es am Frauenplan korrespondiert mit der gesicherten Anstellung als Minister. Schiller dagegen musste sich hoch verschulden, um sein bescheidenes Wohnhaus zu erwerben und mit seiner Frau Charlotte von Lengefeld und den Kindern einzuziehen.
Interessant war für die Schüler auch, die räumliche Nähe zwischen den Dichterhäusern, dem Nationaltheater und dem Fürstenhof zu erleben. Auch Frau von Stein, die Goethes italienische Reise und die anschließende „Mesalliance“ mit der unstandesgemäßen Christiane Vulpius missbilligte, wohnte nur einen Steinwurf entfernt. Intensiv diskutierten die Schüler darüber, ob Frau von Stein wirklich ein Vorbild für Goethes literarische Figur der „Iphigenie“ gewesen sein kann, wenn sie nach der italienischen Reise nicht den Kompromiss mit Goethe suchte, sondern die Beziehung zunächst einmal abbrach.

EGM beim Benediktinischen Fußballturnier in Vilshofen


Zum zweiten Mal fuhren vom 19. bis 20. September eine Jungen- und Mädchenmannschaft des Egbert-Gymnasiums nach Vilshofen an der Donau, um dort am benediktinischen Fußballturnier der Coelestin-Maier-Realschule teilzunehmen. Der erst ein Jahr alte Kunstrasenplatz am Kloster Schweiklberg bot perfekte Rahmenbedingungen für das Turnier, und auch die freundschaftlich-ehrgeizige Atmosphäre trug entscheidend zu einer rundum gelungenen Veranstaltung bei.
Gemeinsam mit zehn weiteren benediktinischen Schulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz spielten die Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Jahrgangsstufe in umkämpften und durchaus sehenswerten Partien um den Titel des benediktinischen Schulmeisters, der am Schweiklberg nunmehr seit zwei Jahren ausgespielt wird. Während die EGM-Mädchen nach zehn Partien das Turnier mit einem sehr ordentlichen 3. Tabellenrang abschlossen, mussten sich ihre männlichen Kollegen im Halbfinale nach 9-Meter-Schießen geschlagen geben und landeten schließlich auf einem nicht minder bemerkenswerten 4. Platz. Sieger waren die Columba-Neef-Realschule Neustift bei den Mädchen sowie das Gymnasium Metten bei den Jungen.

Trommeln, Theater und Teambuilding

Das Ferienseminar der unterfränkischen Gymnasien

Gleich der ersten Woche der Sommerferien ging es für mich – und 30 weitere Schüler aus Unterfranken – wieder in die Schule: Aber nicht ins EGM, sondern in das Matthias-Grünewald-Gymnasium in Würzburg. Und auch nicht in den Unterricht, sondern zu einem Ferienseminar – veranstaltet von der MB-Dienststelle für die Gymnasien in Unterfranken. Im Gymnasium angekommen wurden wir von Matthias Hunger, dem Leiter des Ferienseminars, begrüßt. Zunächst war die Anspannung bei den Teilnehmern groß: Man kannte sich ja untereinander kaum bis gar nicht! Aber in beeindruckend schneller Zeit waren diese anfänglichen Ängste vergessen: Kaum hatten wir die Internatsräume des MGG bezogen, in die wir für die fünf Tage des Seminars einquartiert waren, ging es auch schon mit dem Programm los. Abwechslungsreicher hätte es wohl nicht sein können: Wir schrieben Hip-Hop-Texte, boulderten in einer Kletterhalle, machten Spiele zum Teambuilding, spielten Impro-Theater oder trommelten mit afrikanischen Bongos zu Klavierbegleitung. Referenten waren ebenfalls geladen, so führten wir im Laufe der Woche immer wieder Gespräche mit Spezialisten: Über Umweltschutz und Klimawandel, über den Superorganismus Ameise, über die chemische Zusammensetzung von Schokolade oder über Autismus. Letzteres war übrigens mein persönliches Highlight der Woche: Zunächst erhielten wir einen Vortrag zum Spektrum des Autismus von einer Psychologin. Im Anschluss erzählte uns ein junger Mann, der von einer eher schwereren Form des Autismus betroffen ist, aus seinem Leben. Dieser Vortrag – und natürlich der junge Mann, beeindruckte und bewegte uns alle. Ein weiteres Highlight war ein Planspiel: Es ging um die Ausarbeitung eines Gesetzes, welches die Rolle der Migranten auf dem deutschen Arbeitsmarkt regeln sollte. Dieses Gesetz sollte genau so wie echte Gesetze in der Bundesrepublik entstehen: Sämtliche Stationen eines Gesetzgebungsverfahren wurden also durchlaufen – mit Erfolg: Am Ende, nach hitziger Diskussion, wurde tatsächlich ein gemeinsames Gesetz verabschiedet.
Man merkt, wir hatten ein volles Programm: Trotzdem setzten wir uns jeden Abend, nach dem offiziellen Teil, alle nochmal zusammen – um etwas zu spielen oder uns einfach zu unterhalten.
Ich habe viel aus diesem Ferienseminar mitnehmen dürfen: Zum einen wahnsinnig viele neue kreative Inspirationen und Ideen – zum anderen aber auch Menschen, die mir unglaublich schnell ans Herz gewachsen sind.