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TherABIert?! Abschlusskonzert des Abi-Jahrgangs

„Wir verlassen Egberts Anstalt!“
Unter diesem Motto stand das Abschlusskonzert des diesjährigen Abiturjahrgangs am Egbert-Gymnasium. Noch bevor die Prüfungen losgehen, sagten die angehenden Abiturienten auf musikalische Art und Weise „Tschüss!“ Dabei waren selbstgetextete und komponierte Stücke zu hören, mit denen auch der ein oder andere Lehrer aufs Korn genommen wurde („Meine Deutschlehrerin“). An Papa und Mama, die bei manch einer Note Sorgenfalten im Gesicht haben, richtete sich der Appell „Glaub an mich“, bevor mit großem Orchester die Titelmelodie von „Star wars“ intoniert wurde. Am Ende versammelten sich alle Künstler auf der Bühne zum gemeinsamen Mutmachlied: „You will never walk alone“. Das humorvoll inszenierte Programm entwickelte sich zum echten Publikumsrenner, die Aula war bis auf den letzten Platz gefüllt.
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Wissenschaftliches Arbeiten am EGM

Die Verfasser der besten Seminararbeiten am EGM stellten sich dem Fotografen. Ein Jahr lang haben sie sich mit ihrem Thema beschäftigt, Literatur gewälzt, Zitiertechnik eingeübt, eigene Gedanken entwickelt, abgewogen, verworfen, zu Papier gebracht – bis das Werk endlich vollendet war. Die abgebildeten Spitzenschüler erhielten zur Anerkennung einen Buchgutschein mit Urkunde und durften ihre Ergebnisse dem Elternbeirat präsentieren. Unser Bild zeigt (von links): Schulleiter Robert Scheller, Sebastian Linz, Johanna Günther, Josef Oertel, Jana Fuchs, Tristan Betz, Samanta Motz, Ludwig Wemhöner, Amelie Lena Lömpel und Amos Kroth. Foto Dr. Reinhard Klos
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„Zeit, dass sich was dreht“

Kunstwerke von Egbert-Schülern in der Sparkasse zu bewundern
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„Bewegung – Zeit, dass sich was dreht?“ Unter diesem Motto stand die Vernissage in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Kitzingen. Schüler des Egbert-Gymnasiums stellten Kunstwerke aus, die unter Leitung der Lehrkräfte Matthias Held und Tanja Seger erarbeitet wurden.
Das Leitmotiv ist ein „Ready-made“ mit dem Titel „Fahrrad“ von Simon Hörlin und Antonia Greger, die sich von dem berühmten Dadaisten Marcel Duchamp inspirieren ließen. Ein einzelnes stillgelegtes Fahrradrad ist zwar bewegungslos, stellt aber gleichzeitig die Möglichkeit des sich Drehens dar. Ganz nach den Motto: „Zeit, dass sich was dreht.“ Die verwendeten Materialien für dieses Werk stammen überwiegend aus der Altmetallsammlung der Abteischlosserei.
Aber das Motto steht natürlich nicht nur für sich drehende Fahrradräder. Es soll auf die momentane politische und gesellschaftliche Situation eingehen, wie Schulleiter Robert Scheller in seiner Eröffnungsrede der Ausstellung sagte: „Die Welt scheint im Moment wirklich aus den Fugen geraten zu sein.“ Als Beispiele dafür nannte er den Brexit und die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA. Schließlich interpretierte er die Mottofrage „Brauchen wir Bewegung?“ mit der Antwort: „Ja, aber in die richtige Richtung.“ Kunstlehrer Held ging auf den Zeitdruck unserer Gesellschaft ein. Seine Sichtweise lautete: „Bewegung ja, aber wir brauchen eine Entschleunigung.“
Die Kunstwerke sind noch in den nächsten Wochen im Foyer der Sparkasse im ersten Stock zu den normalen Geschäftszeiten zu bewundern.

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Ein Jahr abroad

So wie es vielen Schülern ergeht, hatte auch ich, nach Vollendung der Schule, keine Lust mehr auf das theoretische Lernen und wollte, anstatt direkt in die Universität zu gehen, erstmal etwas erleben, etwas von der Welt sehen, ein paar neue Lebenserfahrungen sammeln und neue Menschen kennen lernen. Gleichzeitig war es mir wichtig, dass ich mich während dieses Jahres sozial engagiere und benachteiligten Kindern bzw. Jugendlichen, so gut wie es mir erlaubt ist, zu helfen. Und so habe ich mich bei „Don Boscos Volunteers“, einer Organisation von „Weltwärts“, um einen Freiwilligendienst im Ausland beworben. Als ich nach der Bewerbungsphase als geeignete Volontärin ausgesucht worden bin, ging es, mit knapp 20 weiteren Don Bosco Volunteers, in die einjährige Vorbereitungsphase. In dieser haben wir auch unser Einsatzland erfahren. Für mich wurde das lateinamerikanische Entwicklungsland Bolivien ausgesucht. Bolivien ist mit eines der Länder Südamerikas, welches sehr reich an Bodenschätzen ist, dieser Reichtum sich allerdings in keinster Weise auf die Gesellschaft auswirkt. Große Teile des Landes sind stark verarmt. Insgesamt leben über die Hälfte der Kinder dort in Armut, 22% sogar in absoluter Armut. Die Folgen davon sind Gewalt, Missbrauch, Drogen, eine hohe Sterberate, ein Leben ohne Familie, ein Leben auf der Straße. Natürlich machen diese Folgen auch keinen Halt vor der größten Stadt Boliviens: Santa Cruz de la Sierra. Im Gegenteil. Die Zustände, in welchen manche leben müssen, sind entsetzlich. So habe ich vor kurzem die Lebensgeschichte von einem Jungen aus Santa Cruz gehört, welcher sein Leben in den Abwasserkanälen der Stadt verbringt.

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Und genau um solche Kinder, um Kinder von der Straße, um Kinder aus zerfallenen Familien, um Kinder aus sozialen Missständen, kümmert sich das „Hogar Don Bosco Santa Cruz de la Sierra“. Hier kommen Jungs im Alter von fünf bis 18 Jahren unter. Diese Jungs kommen aus den verschiedensten Gründen ins Hogar. Manche von ihnen haben eine Drogen- und Alkoholvergangenheit, manche mussten Gewalt in ihrer Familie erleben, wurden misshandelt und missbraucht, und wieder andere kommen direkt von der Straße in das Don Bosco Projekt. Im „Hogar Don Bosco“ versucht man ihnen einen guten Ersatz für ihr Zuhause zu bieten. Salesianer, Erzieher und Volontäre kümmern sich um die Jungs, begleiten sie im Alltag, unterstützen und fördern sie auf jeder Ebene ihres Lebens. Hier wird sich um Jugendliche angenommen, die aus einer schwierigen Situation herauskommen, denen die Chance auf einen normalen, geregelten Alltag aus verschiedensten Gründen genommen wurde. Die Menschen hier helfen Jugendlichen etwas aus ihrem Leben zu machen, sie wieder auf die richtige Bahn zu bringen und ihnen die Chance auf einen Neuanfang und eine Zukunft zu geben. Während ihrer Zeit im Hogar besuchen sie die nahegelegenen Don Bosco Schulen und natürlich ist das Ziel dabei einen guten Schulabschluss zu erreichen, damit sie sich eine stabile Basis für eine hoffnungsvolle Zukunft aufbauen können.

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in diesem Kinderheim bin ich nun seit über vier Monaten als Volontärin tätig. Ich begleite die Jungs in ihrem Alltag im Hogar. Meine Aufgaben dabei bestehen aus Kleider sortieren, Shampoo, Zahnpasta und Essen verteilen, ich helfe bei den Hausaufgaben, motiviere sie zum Lernen, scheuche sie unter die Dusche, spiele mit ihnen, gestalte ihre Freizeit und bringe sie ins Bett. Für die Jungs bin ich jederzeit da, sie können immer mit mir sprechen. Somit habe ich die Funktion als persönliche Bezugsperson und große Schwester. Dies ist sehr wichtig für die Jungs, da es ihnen genau in diesem Punkt mangelt. Auf über 40 Kinder kommen ein bis zwei Erzieher, welche niemals die Zeit bzw. den Nerv dafür hätten auf jedes Kind einzeln einzugehen. Und genau dafür sind wir da. Wir helfen bei Problemen, hören ihnen zu, albern mit ihnen rum, trösten sie und lachen mit ihnen.
Mir macht es sehr viel Spaß mit den Jungs zu arbeiten. Kein Tag ist wie der andere, jeder Tag bringt neue Überraschungen. Ich habe in diesen vier Monaten schon so viel erlebt, so viel hätte ich in dieser Zeit niemals in Deutschland erlebt. Natürlich sind es nicht nur schöne Erlebnisse, viele waren auch mit Trauer verbunden, in vielen Momenten war ich wütend und wusste nicht weiter. Man stößt sehr oft an seine psychischen und physischen Grenzen, aber erweitert sie somit auch. Die Jungs hören nicht immer auf einen und man muss sich daran gewöhnen schlimm beleidigt zu werden, wenn man nicht allen Wünschen nachkommt. Oftmals wird man als die Böse dargestellt, die einem das Spielzeug abgenommen hat, die dich zum Zähneputzen quält und noch vieles mehr. Allerdings gibt es jeden Tag winzige kleine Momente, die diese Arbeit wunderschön machen. Es sind die kleinen Augenblicke, in denen man merkt, wie sehr die Jungs dich schon in ihr Herz geschlossen haben, in denen man merkt, wie sehr sie dir vertrauen. Und diese überschatten jeden schlechten Moment am Tag. Man lernt hier so viele interessante Charaktere kennen. Jeder einzelne dieser Jungs hat etwas ganz besonderes an sich. Sie sind manchmal sehr eigenwillig, aber wenn es darauf ankommt, sind sie die loyalsten und aufrichtigsten Jungs, die ich kenne. Alle von ihnen haben eine so ausgeprägte Persönlichkeit, so eine Faszination, weshalb man gar nicht anders kann als so viel Zeit wie möglich mit ihnen zu verbringen, auch wenn man dafür seine freie Zeit opfern muss. Das Hogar schafft es teilweise kaputte, zerbrochene Charaktere aufzurichten und sie zu starken, signifikanten Persönlichkeiten zu formen. Und dies ist eine Tatsache, die ungewöhnlich und wunderschön für so ein großes Kinderheim ist. Hier habe ich das erste Mal wegen Jungs weinen müssen, als ein Teil von den Hogarjungs in ein anderes Heim gekommen ist und ich sie nicht mehr jeden Tag sehen kann. Ich habe diese Jungs einfach so sehr ins Herz geschlossen und weiß schon jetzt, dass ich sie, zurück in Deutschland, sehr vermissen werde und der Zeit hier nachtrauern werde. Und, obwohl ich eigentlich noch sieben ganze Monate in Bolivien und mit den Jungs habe, bin ich jetzt schon am planen, wann ich wieder zurückkommen werde, um meine ganzen Jungs nochmal zu sehen. Hier lebt und erlebt man. Man lacht und weint, verzweifelt und erfreut sich. Hier lässt man keine Erfahrung aus. Und man erlebt wunderschöne Begegnungen. Ich kann nur jedem empfehlen sich den Mut zu fassen und auch auf so eine Reise zu gehen. 2-jana

Nun habe ich noch eine kleine Bitte an euch, an Familie und Freunde. Leider kann nicht mein kompletter Aufenthalt von meiner Entsenderorganisation gezahlt werden, weshalb ich auf Spenden angewiesen bin. Insgesamt muss ich 1800 Euro zusammen bekommen. Von dem Geld, das über diese Summe hinausgeht, kann ich mein eigenes Projekt gestalten und verwirklichen. In Planung habe ich die Renovierung der Schlafsäle, da diese leider eine kleine Zumutung für die Jungs sind. Die Wandfarbe soll erneuert werden, genauso wie die Schränke, die schon allmählich auseinander fallen. Es wäre wirklich sehr lieb, wenn Sie eine kleine Summe spenden, die zum einen eine Voluntärin und Ansprechpartnerin für die Jungs ermöglicht und zum anderen dabei helfen soll das Heim wohnlicher zu gestalten, damit die Jungs sich hier wohler fühlen können. Ich kann Ihnen versichern, dass die Spende sehr gut angelegt wäre und dass sie auch sinnvoll genutzt werden würde.
Dies sind meine Kontodaten:
Don Bosco Mission
Liga Bank München
IBAN : DE66 7509 0300 0102 1418 76
BIC : GENODEF1M05
Verwendungszweck: Jana Stark R511661
Für eine Spendenbescheinigung bitte einen Namen und eine Adresse angeben.
Oben genanntes Konto ist ein offiziell, von „Don Bosco Volunteeers“, angelegtes Konto. Die Ausgaben werden von meiner Entsenderorganisation kontrolliert, so dass sie nicht missbraucht werden können.
Zudem können Sie auf meinem Blog über Neuigkeiten nachlesen: https://blogs.strassenkinder.de/janagoes2bolivia/
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G8 oder G9?

huennerkopf-in-banzBesuch von Dr.Otto Hünnerkopf

Im Zuge des Aufenthalts der Schülerzeitung auf Kloster Banz kam uns der CSU-Abgeordnete Dr. Otto Hünnerkopf dort besuchen.
Es lag ihm am Herzen unsere Fragen persönlich zu beantworten, da er selbst Internatsschüler am EGM war und noch immer eine sehr enge Bindung zur Abtei und den Mönchen hat. Nachdem er sein Studium in Landschaftsökologie absolviert hatte, wurde dieser 2002 ein gewähltes Mitglied der CSU im Kreistag Kitzingen. Ein Jahr später folgte dann der Aufstieg zum Kreisvorsitzenden seiner Partei.

Am 09. Januar versuchte Dr. Hünnerkopf unser Wissen im Bezug auf das Thema G8 und G9 zu erweitern.
Zunächst verdeutlichte er, dass die Einführung von einer neunjährigen Gymnasialzeit vollkommen in seinem Sinne sei. Ein Grund dafür sind die Beschwerden der Eltern und Schüler über schlechte Noten wegen des straffen Lehrplans des G8´s.
Dazu kommt, dass er selbst eine neunjährige Schulausbildung genießen durfte und damit sehr gut zurecht kam. Unserer Kritik an ein zusätzliches Wiederholungsjahr nach der 10.Klasse, stimmte er uns aber zu und betonte, dass ein solches überflüssig wäre.
Jedoch hält er, wie wir Schüler, ein zusätzliches Jahr in der Oberstufe, in dem der Stoff von zwei auf drei Jahre verteilt werden würde, für sehr sinnvoll.
Welche der beiden Möglichkeiten nun realisiert wird, konnte auch er nicht beantworten.
Dennoch versprach er, unsere Einwände und Ideen bei einer Sitzung am Mittwoch(11.01.) anzusprechen und uns über weitere Beschlüsse per E-Mail zu informieren.
Hünnerkopf erwähnte, dass es in kleineren Schulen, so auch in unserer, nicht die Möglichkeit geben wird, G8 und G9 parallel anzubieten.
Die Schulen werden entscheiden müssen, welche Option sie wählen, aber das Letzte Wort spricht das Kultusministerium unter Berücksichtigung der räumlichen und personellen Gegebenheiten.
Ferner ist er der festen Überzeugung, dass zukünftig G9 die Regel und G8 die Ausnahme sein wird.

Stabilität durch Wertevermittlung

Pressekonferenz mit Dr.Otto Hünnerkopf

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Als uns der Landtagsabgeordnete Dr.Otto Hünnerkopf, CSU, am 9.1.2017 in Kloster Banz bei einer Pressekonferenz Rede und Antwort stand, zeigten die Schüler besonderes Interesse an der Flüchtlingsproblematik. In einem kurzem Statement stellte er uns die Ansichten seiner Partei dar, die eine kritische Haltung gegenüber Merkels Entscheidungen hat. Aufgrund der Sicherheit, die er durch den unkontrollierten Zustrom von Flüchtlingen gefährdet sah, möchte die CSU eine Obergrenze von Asylbewerbern einführen. Besonders nach dem Anschlag in Berlin fühlt sich Hünnerkopf darin bestärkt. In der Umsetzung der Obergrenze sieht er keine Probleme, weil sowieso nur wenige Flüchtlinge gültige Papiere haben, die Voraussetzung für die Einwanderung sind. Trotzdem darf die Humanität nicht in den Hintergrund gerückt werden und bereits eingereiste Flüchtlinge müssen mit viel Unterstützung integriert werden.

Im Anschluss an sein Statement nahmen die Schüler das Angebot, Fragen zu stellen und zu diskutieren, mit viel Interesse wahr. Besonders der Einfluss des Islams auf Europa bewegte die Schüler sehr. Viele waren der Meinung, dass vor allem der interreligiöse Dialog zur Ausmerzung von Vorurteilen notwendig ist. Chrefredakteurin Julia Kerzner vertrat die Ansicht, dass die komplette Angleichung an die europäische Kultur zu viel verlangt wäre. Darauf antwortete Hünnerkopf, dass dennoch gewisse Werte vermittelt werden müssen, um die Stabilität im eigenen Land zu sichern. Die Frage, ob man sich auf die Flüchtlingskrise hätte vorbereiten können, bejahte er. Die Mittelmeerstaaten, die schon länger mit der Bewältigung von großen Flüchtlingsströmen zu kämpfen hatten, hätten seiner Meinung nach schon viel früher von der EU unterstützt werden müssen. Die Motivation von Flucht wurde zum einen von Frau Merkels Appell „Wir schaffen das“ bestärkt, zum anderen ist sie aber auch durch langwierige Prozesse der Ausbeutung von Rohstoffen wirtschaftsschwacher Staaten angestoßen worden. Als weitere Lösungsansätze schlug er ehrenamtliche Arbeit, Integration und finanzielle Unterstützung vor.

Johanna Günther, Laura Heer Q12