Abt-Egbert-Preis 2020 für die Gruppe „Gottesdienstvorbereitung“

Prior Pascal Herold verlieh den Abt -Egbert-Preis der Abtei Münsterschwarzach in diesem Jahr an die Gruppe zur Vorbereitung der Gottesdienste, namentlich an Paulina Issig, Sophia Kinzinger, Jannika Lechner, Elias Oppermann, Maja Oppermann, Alena Schmidt und Benedikt Wintzheimer (v. li. oben nach unten). Alle Schülerinnen und Schüler in dieser ökumenisch ausgerichteten Gruppe haben sich vielfältig und in sehr hohem Maß sowohl am religiösen als auch am sozialen Leben des Egbert-Gymnasiums engagiert. 

In der Laudatio von Prior Pascal hießt  es: Die Gestaltung von Schulgottesdiensten (große Abteigottesdienste, Stufengottesdienste, Compassiongottesdienste) hat am Egbert-Gymnasium einen hohen Stellenwert und bekam durch diese Gruppe der SchülerInnen ab 2013 eine großartige Unterstützung und so auch neue Impulse: dazu gehörte z.T. eine vorausschauende Planung der Gottesdienste für ein ganzes Schuljahr, die in ihrer Gestaltung so ausgerichtet waren, dass möglichst das Interesse von allen geweckt werden sollte. Neben der konkreten Vorbereitung und Nachbereitung vor Ort wurden von den SchülerInnen Predigten selbst geschrieben und gehalten – unter anderen auch mal als Poetry Slam, Lesungen und neue Lieder ausgesucht und mit der Schulband und Orgel musikalisch sehr ansprechend umgesetzt, Fürbitten geschrieben und vorgetragen.“

Das religiöse Engagement der Gruppe bezog sich auch auf die Mithilfe bei der Gestaltung von Besinnungstagen und „Praydays“, bei der Nacht der Versöhnung und der „Night of faith“ in der Abteikirche, bei der Begleitung von den Firmvorbereitungen, bei der Mitgründung eines Schülerbibelkreises GO(o)DTIME und vieles mehr. Ebenso im sozialen und musischen Bereich konnte immer auf die SchülerInnen gesetzt werden: Sie verstärkten allgemein die Schulband am EGM und auch im Landkreis, spielten im Orchester, in verschiedenen musikalische Projektgruppen und bei den Schwarzier Buam z.B. am Weihnachtskonzert und auf der Krankenstation bei den alten Mönchen, sangen im Chor, engagierten sich bei der Planung und Durchführung von Musicals, in der Bigband, waren in den 10. Klassen Tutoren und Schülerlotsen, in der 11. und 12. Jahrgangsstufe Stufensprecher, leiteten und organisierten großartig viele Aktionen der Stufe, waren bei den Schulsanitätern tätig, in der Afrika-Gruppe, im Projekt „Schüler helfen Schülern“, schrieben für die Schülerzeitung PEER, übernahmen dann auch die Organisation und Chefredaktion der Abizeitung, beteiligten sich bei der Weihnachtsaktion „Plätzchen für Gefangene“, haben verschiedene Preise in den alten Sprachen Latein und Griechisch gewonnen, haben sich u.a. in der Wettkampfmannschaft „Basketball“ im Vereinssport engagiert und z.T. auch eine Schiedsrichter-Lizenz dazu erworben.

Prior Pascal wörtlich: „Und ob das nicht schon genug wäre, möchte ich zumindest auch noch kurz die Aktivitäten nennen, die die SchülerInnen außerhalb der Schule „der Welt geschenkt haben bzw. schenken“: Begleitung von Firmlingen und Konfirmanten, musikalische Gestaltung von Gottesdiensten in den Pfarrgemeinden in z.T. selbst gegründeten Bands, Dienste als MinistrantInnen und OberministrantInnen und bei den Sternsingern, Gestaltung von christlichen Jugendwochenenden, TrainerInnen in Sport- bzw. Tanzvereinen. Alle SchülerInnen haben sich durch ihre freundliche, offene und natürliche Art große Anerkennung bei ihren Mitschülern erworben. Wir sind tief beeindruckt und danken allen SchülerInnen sehr herzlich, dass sie das religiöse Leben am EGM hilfsbereit, verantwortlich und mit großer Motivation und Freude mitgestaltet haben und dass sie somit zu einer nachhaltigen religiösen Prägung der Schule beitrugen.“

Verdiente Pädagogen verlassen das EGM

 Sieben verdiente Lehrkräfte und Schulseelsorger Pater Jesaja verlassen das Egbert-Gymnasium zum Schuljahresende. Über Jahrzehnte hinweg prägten sie das schulische Leben, nun gehen die meisten von ihnen in den wohlverdienten Ruhestand. 

Mit ihren Fächern Deutsch und Französisch prägte Christiane Kropp das Leben am EGM. Unvergessen sind die Lesetage, die sie jährlich in der letzten Schulwoche für die 7. Jahrgangsstufe organisierte. Mit Klaus Ehehalt verlässt ein leidenschaftlicher Lehrer das EGM, der unter anderem zahlreiche Studienfahrten in die USA durchgeführt hat. Als Fachbetreuer für Englisch und mit seinem Unterrichtsfach Geschichte öffnete Ehehalt seinen Schüler ein Tor zur Welt. Ähnliches wird man über Dr. Matthias Hessenauer sagen dürfen, der über Jahrzehnte hinweg zahlreiche Austauschprojekte angestoßen hat. Mit seiner Comenius- und Erasmus-Gruppe vertiefte er den europäischen Gedanken in den Köpfen und Herzen der jungen Menschen und besuchte Partnerschulen in Frankreich, England, Ungarn und vielen weiteren Ländern. 

Eine große Lücke hinterlässt auch Brigitte Rapp, die mit ihrer fachlichen Kompetenz und ihrer Menschenfreundlichkeit bei Schülern und Kollegen sehr beliebt war. Die Lehrerin für Biologie und Chemie holte vor einigen Jahren noch die Lehrbefähigung in evangelischer Religionslehre nach, sodass sie nicht nur flexibel einsetzbar war, sondern auch eine spannungsgeladene Fächerkombination in sich vereinigte. Mit Karin Hausknecht verlässt eine ebenfalls geschätzte Lehrkraft das EGM, der vor allem die Anschaulichkeit der Mathematik am Herzen lag. In Origami-Kunstwerken machte sie die Geometrie bildlich erfahrbar. 

Pater Jesaja Langenbacher wirkte seit vier Jahren als engagierter Schulseelsorger. Besinnungstage, Firmvorbereitungen und Fahrten nach Taizé bleiben bei vielen Schülern in lebenslanger Erinnerung und sind unmittelbar mit seinem Namen verbunden. Pater Jesaja konnte vielen Schülern in persönlichen Notlagen helfen oder Hilfe vermitteln. Mit seiner erfrischenden, humorvollen Art fand er einen „Draht“ zu den jungen Menschen. Nun wird Pater Jesaja eine neue Funktion im Gästehaus der Abtei übernehmen. Als Nachfolger im Amt des Schulseelsorgers ist Bruder Melchior ernannt worden. 

Mit Elmar Bürger geht eine prägende Lehrerpersönlichkeit in den Ruhestand. Berühmt war der Studiendirektor für seine packenden, leidenschaftlichen und kenntnisreichen Lehrervorträge, die stets eine gedankliche Weiterentwicklung der Schüler im Blick hatten. Die Schüler sollten Vorurteile in Frage stellen, übernommene Gewissheiten in Zweifel ziehen und selbst nachdenken. Dass die Schüler mündig werden und sich nicht manipulieren lassen, das war das pädagogische Ziel von Elmar Bürger, der zunächst Fachbetreuer für Geschichte und Sozialkunde und dann Fachbetreuer für Deutsch war. Ganze Schülergenerationen hat Elmar Bürger, der Rilke und Hesse liebt, auf diese Art und Weise geprägt.

Annette Müller-Kaler baute am Egbert-Gymnasium und der dazu gehörenden DJK die Voltigier-Abteilung auf. Aus ihrer Wettkampfmannschaft gingen international erfolgreiche Sportler hervor, wie Weltmeisterin Barbara Strobel. Mit der Voltigierhalle schuf die Abtei die Infrastruktur, die erfolgreiches Arbeiten auch in Zukunft möglich macht. Mit Mona Schwanfelder, Lehrerin für Sport und Latein, ist eine ehemalige Schülerin bereits vor einigen Jahren in ihre „Fußstapfen“ getreten und führt die Arbeit mit großer Leidenschaft fort. Eine Kostprobe davon gaben die Voltigierer bei der Verabschiedung: In einer großen Choreografie präsentierten die jungen Sportler, mit „Buchstabenhandtüchern“ ausgerüstet, bestimmte Leitworte, die beim Voltigieren besonders wichtig sind. „Kopf hoch!“, lautete einer der Appelle, der gleichzeitig auch für die angehenden Ruhestandslehrer gelten könnte. 

Superrechner am EGM

Zwei Schüler des Egbert-Gymnasiums haben dem Coronavirus getrotzt und mit Erfolg am Mathematikwettbewerb MOKI teilgenommen. Für die beiden Schüler Nils Schäfer und Marvin Nixdorf hat sich das Mitmachen gelohnt. Auf digitalem und analogem Weg kamen die gelösten Matheaufgaben bei den Lehrern an, die den beiden Schülern Preise und Urkunden bescherten.

Freude am Egbert-Gymnasium: Abiturientin Jannika Lechner gewinnt Preis der Sokratischen Gesellschaft der Universität Würzburg im Fach Griechisch

Unser Bild zeigt Jannika Lechner vom Egbert-Gymnasium, die mit dem „Sokratischen Querdenker-Preis“ ausgezeichnet wurde

 W-Seminar-Arbeiten, die mit (der Höchstnote von) 15 Punkten bewertet werden, sind nicht allzu häufig, und manche davon sind echte Schmuckstücke, die in ihrem Gehalt weit über das hinaus gehen, was von einem Abiturienten erwartet werden darf. Jannika Lechner vom EGM gelang mit ihrer Arbeit „Frieden im Krieg – Eine Interpretation des 24. Gesangs der Ilias“ eine wirklich beeindruckende Leistung, für die sie jetzt von der Sokratischen Gesellschaft (Universität Würzburg) hohe Anerkennung erfuhr: Hinter Cosima Dreher (Melanchthon-Gymnasium Nürnberg) gewann Jannika den 2. Rang beim Wettbewerb „Sokratischer-Querdenker-Preis“, der jährlich für die besten W-Seminar-Arbeiten im Fach Griechisch vergeben wird. 

In ihrer Arbeit befasst sich Jannika mit der Schlussszene der homerischen Ilias: Der König von Troja, Priamos, kommt zu Achill, dem mächtigsten Kämpfer der Griechen, um die Leiche Hektors, seines Sohnes, auszulösen. Mitten im Krieg gelingt es den beiden Männern, für einen Abend Feindschaft und Hass zu überwinden und im anderen nicht mehr den Gegner, sondern den Mitmenschen zu sehen, der durch das Grauen des Krieges ebenso getroffen ist wie man selbst.— Marion Schneider war vom Philologischen Seminar der Universität Würzburg zur Abiturverleihung am Egbert-Gymnasium gekommen. In ihrer Laudatio für Jannika lobte sie das hohe Niveau der altsprachlichen Analyse ebenso wie den exzellenten Inhalt der Arbeit: „Jannika Lechner stellt ein erstaunliches Sprachgefühl für das Altgriechische (..) unter Beweis“. … Ganz besonders beeindruckend ist Jannika Lechners Blick auf die epochenübergreifende, reale Bedeutung von Krieg als anthropologischer Grundkonstante.“ Wir gratulieren Jannika für diesen außergewöhnlichen Erfolg ebenso wie für ihr hervorragendes Abitur, mit dem sie zu den besten Abiturienten ihres Jahrgangs gehört. 

Mit Latein und Griechisch im Bundeswettbewerb Fremdsprachen

Zum Bundeswettbewerb Fremdsprachen wird alljährlich aufgerufen. In ihm können sich besonders sprachbegabte Schüler nicht nur im Rahmen der eigenen Schule, sondern im bundesweiten Vergleich messen. Vom Egbert-Gymnasium wagten sich diesmal drei Schüler an den Start, Seraphina Gegner (9a) und Lucas Berz (10a) mit Alt-Griechisch sowie Xaver Reich (10a) mit Latein, alle in der Kategorie Solo. Die Aufgaben am Wettbewerbstag Ende Januar waren nicht nur fordernd, sondern auch abwechslungsreich und animierend. Natürlich stand am Anfang eine Übersetzungaufgabe. In einem zweiten Teil wurde tiefer in den Sprach- und Grammatikkenntnissen geschürft. Außerdem war fundiertes Sachwissen gefragt. Den Schluss bildete eine besondere Bewährungsprobe, eine Hörverstehensaufgabe auf Latein bzw. Altgriechisch. Dann mussten die Kandidaten wegen der Coronakrise sehr lange auf die Ergebnisse  warten. Endlich nach den Pfingstferien war es soweit. Der Schulleiter OStD Markus Binzenhöfer rief sie ins Direktorat. Er lobte sie für ihr besonderes Engagement in den Alten Sprachen, freute sich über ihre Begeisterung für diese Fächer, gratulierte ihnen im Namen der Bundesjury für ihre sehr erfreulichen Leistungen, die über das in der Schule Geforderte hinausgingen, und überreichte die Urkunden nebst Buchpreisen.

Ausgezeichnete Künstler

Egbert-Schüler siegen bei VR-Bank-Wettbewerb

 Der 50. internationale Jugendwettbewerb „jugend creativ“ stand 2020 unter dem Motto „Teile dein Glück“. Aus mehr als 3.300 eingereichten Arbeiten wurden 14 Siegerarbeiten aus 21 Schulen ermittelt. Die diesjährigen Preisträger des Egbert-Gymnasiums sind Emma Rümmele, Benedicta Castell und Marvin Nixdorf. 

Emma Rümmele belegte den 1. Platz in ihrer Altersgruppe. Ihre Arbeit mit dem Titel „Ich lebe meinen Traum“ verdeutlicht, was von vielen Laien oft bewundert wird: die sehr fotorealistische Malweise, die großes Talent erfordert.

Benedicta Castell belegte ebenfalls den 1. Platz. Besonders hervorzuheben ist, dass sich die Schülerin gegen die gesamte Oberstufe der beteiligten Schulen durchsetzen konnte. Vielleicht ist dies auch der exotischen Stenciltechnik geschuldet, deren sie sich bediente. Der Titel Ihres Bildes lautete „Eine Person, die sich trotz ihres schweren Schicksals dazu entschieden hat, ein glückliches Leben zu führen.“

Ein weiterer 3. Platz ging an den Sechstklässler Marvin Nixdorf, dessen Arbeit mit dem denkwürdigen Titel „Bauplan meiner Glückskapsel“ für spannende Momente sorgt. Kunsterzieher Matthias Held sprach seinen Dank an die beteiligten Schüler aus: „Sie haben mit viel Phantasie und großer Einsatzbereitschaft diesen Wettbewerb zu einem unvergesslichen Moment gemacht. Wir sind stolz auf Euch!“

„Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst“ – Unser Bild zeigt (von links) Kunsterzieher Matthias Held, Emma Rümmele, Schulleiter Markus Binzenhöfer und Marvin Nixdorf

Am Ziel angelangt

82 Schülerinnen und Schüler des Egbert-Gymnasiums erhalten das Zeugnis der Reife

Dreimal die Traumnote 1,0 gab es für die diesjährigen Abiturienten des Egbert-Gymnasiums. Insgesamt durften 82 Schülerinnen und Schüler den Lohn für die Mühen und damit das Zeugnis der Reife empfangen. Stilvoll und feierlich fand die Zeugnisverleihung im Rahmen eines Gottesdienstes in der Abteikirche statt. 

Im Mittelpunkt der Ansprachen stand das diesjährige Abiturmotto „L ABI rinth – Endlich am Ziel?“, das vielfältige Interpretationsmöglichkeiten bot. Schulseelsorger P. Jesaja Langenbacher legte Wert auf die Unterscheidung zwischen einem Labyrinth und einem Irrgarten. Während man sich in einem Irrgarten verlaufen könne, gebe es in einem Labyrinth nur einen Weg. Es stelle sich also nicht die Frage, wohin man gehe, sondern nur: „Gehe ich überhaupt? Und wie lange gehe ich?“ Das Ziel in der Mitte steht fest, was man auch als Ausrichtung des Lebens auf ein göttliches Ziel hin verstehen könne. 

Die Vertreterinnen des Elternbeitrats, Heike Wiegand und Sabine Weidt, vertieften diese Sichtweise noch: „Labyrinthe sind Symbole für den Lebensweg, Eingangsorte zu neuen Lebensabschnitten, Helfer in der Suche nach der eigenen Mitte, eine Schule der Langsamkeit und Geduld, Orte sich zu wenden und zu wandeln.  Ich muss den Weg nur gehen, mich ihm anvertrauen und nicht aufgeben. Wie bei den Phasen im Leben geht es hin und her, vorwärts und zurück, nach Innen und nach Außen, bis endlich die geheimnisvolle Mitte vor den Füßen liegt. Dort verweile ich, genieße ich, vertiefe ich mich, schöpfe ich Kraft, diese Zeit ist jetzt: Genießt euer erreichtes Abitur, verweilt in der Freude über das Erreichte, vertieft euch in die Dinge, die euch Freude machen, schöpft Kraft für das, was vor euch liegt.“

Pater Jesaja und Religionslehrerin Esther Zeiher stellten einige Zitate aus dem Evangelium in den Mittelpunkt ihrer Predigt. „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Jesus ist der Anfang und das Ende unseres Weges. Hier können wir ausruhen und das Wunderbare um uns herum wahrnehmen. In der Mitte des Münsterschwarzacher Labyrinths steht ein Rosenstrauch, der gerade wunderbar blüht. So blühen auch wir, wenn wir in unserer Mitte ruhen. Jesus verwandelt uns zu uns selbst.“

Normalerweise beschreiten die Abiturienten einen in der Turnhalle ausgelegten Roten Teppich, wenn sie sich ihr Abiturzeugnis abholen. In diesem Jahr war das coronabedingt nicht möglich. Schulleiter Markus Binzenhöfer reflektierte darüber in seiner Ansprache. Der Blick geht weg vom Boden und richtet sich nach oben in dem großen Kirchenbau. Der Schulleiterschritt die Reihen ab und überreichte den jeweils außen in der Banz sitzenden Schülern das Zeugnis. Dank weißer Handschuhe, die sich die Schüler zuvor anzogen, war sogar ein stilvoller Handschlag möglich. 

Mit einem Sonnensystem verglichen die Stufensprecher Jule Bauer und Elias Oppermann ihre Schulzeit. „Das Zentrum unseres Sonnensystems ist natürlich die Sonne – unser großes Ziel. Der Aufbau der Sonne gleicht einem Zwiebelschalenlook. Die erste Schale war unser Abitur, das offensichtlichste Ziel, auf das wir mehr oder weniger seit Jahren hingearbeitet haben. Geht man nun weiter in die Tiefe, merkt man aber, dass noch viel mehr als „nur“ unser Abitur dahintersteckt. Wir sind jetzt in der Schale angelangt, die uns die Tür in einen neuen Lebensabschnitt öffnet, die uns zeigt, wer wir wirklich sind und was uns ausmacht. Wenn es uns gelingt, unseren eigenen Weg zu gehen, nähern wir uns immer weiter unserem wirklichen Ziel an, den inneren Kern der Sonne. Den Kern unseres Lebens.“

Folgende Abiturienten erhielten das Zeugnis der Reife: Albert Julius, Babel Muthana, Barthel Sophia, Bauer Jule, Böhm Luis, Braun Christoph, Broich Nele, Büttner Julie, Canerik Leyla, Carstens Tarik, Christ Susanna, Dorsch Christoph. Eberhardt Marie, Eitel Johanna, Englert Emmi, Eschenbacher Magdalena, Firsching Daniela, Fledering Philipp, Friedrich Leon, Fröhlich Kristin, Funcke Nicola, Gröger Noah, Haas Michael, Haas Regina, Habenstein Janne, Hartlieb Pauline, Hartner Liva, Hegler Ronja, Hering Valentina, Herrmann Alexander, Hiebsch Simon, Hofmann Jeremias, Hofmann Viktoria, Holzmann Lea, Horlemann Dominik, Horlemann Sophie, Hüßner Luis, Issig Paulina, Kestler Raphaela, Kinzinger Sophia, Knaus Roselle, König Felix, König Milena, Krämer Sophia, Lechner Jannika, Leigeber Lando, Leigeber, Verena, Lichtlein Laura, Lößlein Laura, Meidinger Leila, Mohr Pauline, Oertel Moritz, Oppermann Elias, Oppermann Maja, Priesnitz Noah, Reuß Jonathan, Roggenbuck Aaron, Sabisch Paul, Schamberger Sarah, Schlegelmilch Johanna, Schmidt Alena, Schmidt Annabell, Schneider Kim, Siegert Antonia, Siegl David, Spear Chiara, Stampfer Max, Stark Paula, Stibbe Friederike, Störk Justus, Thein, Matthias, Thüring Maximilian Wolf, Turnwald Freya, Vicedom Christian, Volk Helen, Weidt Leonie, Weiner Nina, Weisensee Paula, Wiegand Kai,Winter Eva, Wintzheimer, Benedikt.

„Kollegen hatten Angst vor mir“

Corona-Patienten werden zum Teil auch nach der Genesung ausgegrenzt 

Von Viviane Kirch, Q11

Ella, 27 Jahre alt und ohne Vorerkrankungen, ist Grundschullehrerin in München. Sie hat sich im März mit Covid-19 an ihrer Schule infiziert und befand sich deshalb drei Wochen mit ihrem Lebenspartner in Quarantäne. Julia*, 29 Jahre alt und ohne Vorerkrankungen, wurde überraschend nach einer Rückholaktion der Bundesregierung von einer Reise nach Chile im April positiv auf das Coronavirus getestet. Sie möchte anonym bleiben, weil sie eine Stigmatisierung in der Öffentlichkeit und die Reaktionen von anderen Leuten, die bis jetzt noch nichts von ihrer Infektion wussten, fürchtet.

Im Interview berichten die beiden über ihren Krankheitsverlauf, wie die Quarantäne ablief und was seitens der Gesundheitsämter hätte besser laufen können.

Wie ist es dir während deiner Erkrankung an Corona ergangen? Welche Symptome hattest du?

Ella: Ich hatte Gott sei Dank einen relativ milden Krankheitsverlauf. Es begann mit Schnupfen, Hals- und Gliederschmerzen. Zwei Tage später konnte ich nichts mehr schmecken und riechen. Dies war eigentlich das Schlimmste für mich, da es über 10 Tage andauerte. Zudem fühlte ich mich zunehmend kraftlos und schlapp. 

Julia:  Mir ist es eigentlich relativ gut gegangen. Die Symptome, die ich hatte, waren sehr mild und klassische Erkältungssymptome wie Müdigkeit, Schlappheit und Kälteempfindlichkeit. 

Weißt du, bei wem bzw. wo du dich angesteckt hast?

Ella: Ganz genau kann ich es leider nicht sagen. Ich vermute jedoch, dass ich mich in der Schule angesteckt habe. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen waren ebenfalls infiziert. Da auch viele Kinder aus meiner Schule im Skiurlaub in Ischgl waren, ist es relativ wahrscheinlich, dass diese die Überträger gewesen sind. 

Julia: Ich kann es leider nicht mehr ganz genau nachvollziehen. Wahrscheinlich habe ich mich aber am Flughafen oder im Flugzeug auf dem Rückweg aus meinem Chile-Urlaub angesteckt. Da ich erst zehn Tage nach meiner Rückkehr positiv getestet worden bin und da das sonst nicht mit der Inkubationszeit und dem Krankheitsverlauf zusammenpassen würde, ist es unwahrscheinlich, dass ich mich bereits in Chile infiziert habe. Zudem war die Familie, die ich in Chile besucht habe, nicht mit dem Virus infiziert. Das spricht auch für die Ansteckungstheorie im Flugzeug.

Wie ist es dir überhaupt in den Sinn gekommen, mit Corona infiziert zu sein und dass es sich nicht nur um eine Grippe handelt?

Ella: Da ich einen relativ milden Krankheitsverlauf hatte und auch die typischen Symptome einer Grippe bzw. Erkältung aufwies, bin ich natürlich nicht gleich auf die Idee gekommen, mich mit Corona angesteckt zu haben. Als sich jedoch meine Arbeitskollegin, welche die gleichen Symptome hatte, bei mir meldete und mir mitteilte, dass sie positiv sei, war es mir klar. 

Julia: Mir ist es vor allem wegen des Auslandsaufenthaltes und des Fluges in den Sinn gekommen, mich testen zu lassen, nachdem ich Symptome gezeigt hatte. Zum Zeitpunkt des Tests hatte ich aber keine Symptome mehr, weshalb ich auch sehr überrascht war, als das Ergebnis positiv war.

Wie bist du an einen Test herangekommen? Wie verlief der Test und wie lange hat es gedauert, bis das Ergebnis kam?

Ella: Als ich von dem positiven Testergebnis meiner Arbeitskollegin erfuhr, rief ich sofort bei meinem Hausarzt an. Dieser bestellte mich am nächsten Tag in seine Praxis. Daraufhin wurde ich am Morgen in einem abgesonderten Raum mit extra Eingang auf Corona getestet. Der Test war unproblematisch und relativ schmerzfrei. Es wurde ein sogenannter Rachenabstrich durchgeführt. Dazu führte mein Hausarzt eine Art Wattestäbchen tief in meinem Hals bzw. Rachen ein und entnahm eine Probe. Das positive Testergebnis erhielt ich keine 24 Stunden danach.

Julia: Ich habe mich zuerst an das Gesundheitsamt Kitzingen gewandt. Dort wurde ich dann von einer Ärztin über meinen Krankheitsverlauf ausgefragt. Aufgrund der Tatsache, dass meine Eltern beide der Risikogruppe angehören und ich einen internationalen Flug hinter mir hatte, wurde dann entschieden, dass ich einen Test machen soll. Dieser Test fand zwar erst zehn Tage später statt, allerdings war ich bereits in freiwilliger Selbstisolation wegen meines Auslandaufenthaltes. Der Test selbst geht relativ schnell und einfach. Ich wurde zu einer bestimmten Uhrzeit an einer Teststation einbestellt und habe dort dann eine Speichelprobe abgegeben. Im Endeffekt war ich nach einer Minute wieder draußen. Einen Tag später habe ich dann bereits mein Ergebnis erhalten.

Wie war der Umgang der Behörden/ Gesundheitsamt mit dir? Waren sie gut organisiert oder hast du eine gewisse Überforderung ihrerseits gespürt?

Ella: Das Gesundheitsamt rief mich erst sieben Tage nach meinem positiven Testergebnis an. Eigentlich hätten sie mich bereits am nächsten Tag kontaktieren müssen. Das Amt verordnete mir ab dem Zeitpunkt des Anrufes eine zweiwöchentliche Quarantäne, obwohl ich bereits eine Woche in Quarantäne gewesen bin. Aus bürokratischen Gründen zählte jedoch der Tag des Anrufes. Dies hieß für mich also insgesamt mehr als drei volle Wochen Quarantäne anstatt den vorgegebenen zwei. Eine Überforderung des Gesundheitsamtes München war deutlich zu spüren, weil alles länger andauerte und sie mich auch nicht aus der zuvor festgesetzten Quarantäne entlassen haben. Sie kamen mit den Anrufen und Fällen nicht hinterher.  

Julia: Das Gesundheitsamt hat zwar sein Bestes versucht, aber sich dennoch schwergetan. Vor allem, weil die Digitalisierung auf den Ämtern sehr mangelhaft ist. Dies hat auch dazu geführt, dass unterschiedliche Personen, die mit mir in Kontakt standen, keinen Zugang zu Informationen hatten, die ich bereits vorher von anderen Mitarbeitern erhalten hatte, und es so zu Fehlinformationen kam. Ansonsten waren alle Beteiligten aber sehr freundlich und unterstützend. Nichtsdestotrotz habe ich natürlich die Überforderung gespürt. Das ist aber verständlich, denn auch für die Gesundheitsämter ist dies eine neue und schwierige Situation. 

Hat jemand überprüft, ob du dich an die Quarantäne gehalten hast und wurden Kontaktpersonen von dir getestet?

Ella: Es hat niemand überprüft, ob ich mich an die Quarantäne halte. Jedoch tut man dies aus eigenem Interesse, und weil man keine anderen Menschen anstecken möchte.
Kontaktpersonen musste ich beim Gesundheitsamt angeben und diese wurden in Laufe der nächsten Tage kontaktiert.

Julia: Nachdem ich ca. eine Woche in Isolation war, hat sich jeden Tag das Gesundheitsamt zu einer unbekannten Zeit telefonisch bei mir gemeldet, um zu überprüfen, ob ich zu Hause bin. Wäre ich nicht erreichbar gewesen, hätte mich ein Bußgeld erwartet. 

Ich hatte nur eine Kontaktperson ersten Grades, welche auch getestet wurde. Das war meine Schwester, die mit mir in Chile war. Sonst wurden alle anderen Personen als Kontaktperson zweiten Grades eingestuft und nicht getestet.

Als du das Testergebnis bekommen hast: Hattest du da Angst um dich selbst und Angst, jemanden anderen bereits angesteckt zu haben?

Ella: Ich hatte keine Angst um mich, da ich zum Glück einen relativ milden Krankheitsverlauf hatte. Zudem dachte ich zuerst nur, dass ich eine normale Erkältung bzw. Grippe hätte. Als ich das positive Ergebnis bekommen habe, war ich bereits auf dem Weg der Besserung. Jedoch hatte ich Angst, andere angesteckt zu haben, da ich zu dem Zeitpunkt, als die Symptome begannen, noch einkaufen war. 

Julia: Mir war zwar mein eigenes Risiko bewusst, aber von Angst kann ich nicht sprechen. Ich hatte auch keine Angst, andere Leute aus meinem Umfeld angesteckt zu haben, da ich bereits vor dem Test aufgrund meines Auslandaufenthaltes in freiwilliger Isolation war. Allerdings hatte ich Sorge um die Mitreisenden aus dem Flugzeug, weil ich keine Informationen darüber erhalten habe, wie mit diesen verfahren wurde.

Hast du durch das Coronavirus soziale Ausgrenzung und Stigmatisierung erlebt? Hatten Leute Angst, auch nach deiner Genesung mit dir in Kontakt zu treten, weil sie wissen, dass du Corona hattest?

Ella: Eine soziale Ausgrenzung habe ich nicht erlebt. Als mein Lebenspartner und ich dann beide aus der Quarantäne entlassen wurden, freuten sich unsere Freunde sehr. Keiner hatte Angst, mit uns in Kontakt zu treten, weil wir es ja bereits hinter uns hatten und ich auch ein negatives Testergebnis aufweisen konnte. 

Julia: Ich habe als Europäerin in Chile eine Stigmatisierung erlebt. Denn die Leute wollten mich in so einer Krisensituation nicht in ihrem Land sehen, insbesondere weil hier in Europa bereits viel mehr bekannte Fälle waren. In Deutschland habe ich zunächst, während ich das Virus hatte, keine soziale Ausgrenzung erlebt, da ich sowieso in Isolation war und keinen Kontakt zu anderen Personen hatte. Aber danach hatte ich Schwierigkeiten an der Arbeitsstelle, weil dort viele Kollegen definitiv Angst vor mir hatten. Die Lösung war, nicht mehr ins Büro zu gehen bzw. es wurde mir verwehrt, bis ich einen negativen Test nachweisen konnte, was ursprünglich vom Gesundheitsamt nicht angeordnet wurde.

Wie hast du dich mental gefühlt, war die Isolation eine große psychische Belastung?

Ella: Die Isolation war kein Problem. Ich hatte meinen Lebenspartner bei mir, mit dem ich mich jederzeit austauschen konnte. Zudem hielt ich regen Kontakt mit meinen Freunden und meiner Familie über soziale Netzwerke. Jedoch vermisst man natürlich den echten Kontakt mit anderen Menschen.

Julia: Die Isolation war für mich eine große psychische Belastung. Denn ich war bereits in Chile drei Wochen in Quarantäne, weil dort eine Ausgangssperre galt und das Militär auf der Straße war. Dann war ich zusätzlich in Deutschland noch einmal dreieinhalb Wochen in Quarantäne, das ist dann schon an die Substanz gegangen. 

Wie ist deine Einstellung zum Coronavirus, nachdem du ihn selbst hattest, bzw. hat sich deine Einstellung gegenüber vorher verändert?

Ella: Ich bin auf jeden Fall sehr froh über meinen relativ milden Krankheitsverlauf. Viele Menschen hatten leider nicht so viel „Glück“ wie ich und das lässt einen auf jeden Fall nachdenklich werden. Ich muss jedoch leider auch zugeben, dass ich seither etwas unvorsichtiger geworden bin. Mit dem Wissen, dass ich es schon hatte, geht man gewissermaßen leichter durch die Stadt und man begegnet auch unbedenklicher anderen Menschen. Dies bringt mich jedoch oft in einen Gewissenskonflikt.

Julia: Ich habe noch keine konkrete Einstellung zu dem Coronavirus. Ich weiß, dass es für mich kein Problem war und auch für die meisten jungen Menschen weltweit keines ist. Ich selbst hatte schon schlimmere virale Erkrankungen. Allerdings habe ich zugleich Angst um meine Eltern, die einer Risikogruppe angehören, da hier der Krankheitsverlauf viel schlimmer sein könnte. Das ist ein Angstfaktor, der einen tief berührt, aber dieser ist nicht größer oder kleiner geworden, seit ich das Virus selbst hatte.

Wie ist die Rückholaktion der Bundesregierung abgelaufen?

Julia: Die Rückholaktion ist ein bisschen speziell abgelaufen. Es war ursprünglich ein normaler Linienflug von Peru nach Deutschland. Das Flugzeug hatte allerdings noch Sitzplatzkapazitäten frei, weswegen sich die Airline an die Botschaft in Chile gewandt hat. Diese hat dann bestätigt, dass noch Deutsche in Chile sind, die diese Sitzplätze auffüllen wollen. Deshalb ist das Flugzeug dann in Chile zwischengelandet und dort bin ich dann auch zugestiegen. Es war also so etwas wie eine kombinierte Variante von Rückholaktion und Linienflug. Das Flugzeug war deshalb auch komplett voll und es wurde nicht auf irgendwelche Abstände geachtet.

*Name redaktionell geändert.

Mit Schlupfwespen gegen den Maiszünsler

Es gibt Schädlingsbekämpfung und es gibt Schädlingsbekämpfung. In der Abtei Münsterschwarzach setzt man auf natürliche Methoden. Und das wurde direkt zu einem Freiluft-Corona-Unterricht.

Mit einer Drohne sind Kugeln mit Eiern der sogenannten Trichogramma Schlupfwespen auf den Maisfeldern der Abtei Münsterschwarzach ausgebracht worden. Sie sollen gegen den Maiszünsler, einem Schädling, in dessen Eiablage wirken indem sie diese mit eigenen Eiern befallen. Diese natürliche Schädlingsbekämpfung konnten Schülerinnen und Schüler der 5. Jahrgangsstufe im Geografieunterricht von Anette Müller-Kaler direkt miterleben.

Das Kennenlernen der Landwirtschaft der Abtei Münsterschwarzach und die damit verbundenen Planungen setzt im Großen fort, was die Geografielehrerin bereits während der coronabedingten Schulschließung mit den Schülerinnen und Schülern thematisiert hat: Mit einem Anpflanzungsprojekt von Nutzpflanzen zuhause sollten sie sich mit der Landwirtschaft und vor allem den damit verbundenen Kosten und Aufwänden auseinandersetzen.

Die natürliche Schädlingsbekämpfung trägt dem groß angelegten Münsterschwarzacher Ökoprojekt Rechnung. Statt künstlicher Mittel werden die Kugeln alle zehn Meter mit einer speziell programmierten Landwirtschaftsdrohne im Feld ausgebracht. Innerhalb weniger Tage schlüpfen daraus die Trichogramma, die ihre Eier wiederum in den Eigelegen der Maiszünsler ablegen. So hofft die Landwirtschaft der Abtei optimal gegen den Maiszünsler vorzugehen.

Die Abtei Münsterschwarzach bewirtschaftet etwa 330 Hektar an Nutzfläche. Der Anbau erstreckt sich über Getreide, Mais, Kartoffel oder Zuckerrüben. Ein großes Anliegen ist dabei die Verantwortung für die Schöpfung, wobei etwa auf genveränderten Pflanzen verzichtet und der Einsatz von Dünger und Spritzmitteln auf ein Minimum reduziert wird.